Laufende und abgeschlossene Projekte

Evaluation „Niedrigschwellige Cannabisprävention für Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen“

Evaluation „Niedrigschwellige Cannabisprävention für Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen“

Projektteam: Christian Schütze, Veronika Möller, Dr. Jens Kalke, PD Dr. Uwe Verthein

Laufzeit: 01.07.2021 – 31.12.2023

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Der Einstieg in den Cannabiskonsum durch Minderjährige ist mit besonderen gesundheitlichen und sozialen Risiken verbunden. Deshalb liegt ein Augenmerk der Cannabisprävention darauf, Jugendliche frühzeitig zu erreichen, ihr Risikobewusstsein zu erhöhen und den Konsumbeginn hinauszuzögern oder ganz zu verhindern. Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen stehen in der Diskussion, erhöhte Prävalenzen eines Cannabiskonsums aufzuweisen.

Die Berliner Fachstelle für Suchtprävention hat das Präventionsprogramm „HöhenRausch“ entwickelt. Es besteht zum einen aus einem erlebnispädagogischen Kletterevent, das mit einem Cannabisparcours kombiniert wird und sich an Jugendliche richtet, die im Rahmen von Jugendhilfe bzw. Jugendarbeit betreut werden. Zum anderen werden die Mitarbeiter:innen von Jugendhilfeeinrichtungen bzw. aus der schulischen Sozialarbeit zur Durchführung solcher Kletterevents und der Verstetigung präventiver Arbeit ihrer Einrichtungen geschult (Multiplikator:innenschulungen). Schließlich werden auch die Eltern der integrierten Jugendlichen durch Informationsveranstaltungen einbezogen (Online-Elternabende).

Die vom ISD durchgeführte und von der BZgA geförderte Evaluation begleitet und untersucht die Etablierung und Durchführung des Programms „HöhenRausch“ in Berlin, vergleicht es mit den von der Berliner Fachstelle für Suchtprävention im schulischen und Jugendhilfesetting durchgeführten Workshops „Durchblick 3D“, und analysiert die Programm-Dissemination in die Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg. Im Fokus der Evaluation stehen die Erreichung der Zielgruppen sowie die Beurteilungen und möglichen Wirkungen der Veranstaltungen.

Im Einzelnen führt das ISD diese Evaluationsarbeiten durch:

  • quantitative Befragung der Teilnehmer:innen der erlebnispädagogischen Kletterevents in den drei Bundesländern,
  • qualitative Befragung der in den drei Bundesländern an den Kletterevents beteiligten Fachkräfte, Betreuer:innen und Klettertrainer:innen,
  • quantitative Befragung der Teilnehmer:innen der Multiplikator:innenschulungen in den drei Bundesländern,
  • quantitative Befragung der Teilnehmer:innen der schulischen Workshops in Berlin,
  • qualitative Befragung der Projektverantwortlichen in den drei Bundesländern,
  • Auswertung der Projektdokumentation.
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EVICANNAB – Wissenschaftliche Evidenz zur Akzeptanz und den Wirkungen von Maßnahmen und Elementen von Cannabis-Abgabemodellen: Eine systematische Literaturanalyse

EVICANNAB – Wissenschaftliche Evidenz zur Akzeptanz und den Wirkungen von Maßnahmen und Elementen von Cannabis-Abgabemodellen: Eine systematische Literaturanalyse

Projektteam: Dr. Jens Kalke, Dr. Jakob Manthey, Britta Jacobsen, Priv.-Doz. Dr. Uwe Verthein, Moritz Rosenkranz

Laufzeit: 1.7. – 31.11.2022

Gefördert von Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Zusammenfassung

Nach dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in Deutschland geplant. Eine systematische Literaturanalyse soll eine empirische Hilfestellung sein, ein evidenzbasiertes Abgabemodell in Deutschland zu konzipieren.
Die Literaturanalyse wird unter quantitativen und qualitativen Primärstudien durchgeführt, die in einer peer-reviewten wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind. Als Outcome-Variablen dienen Nutzungsraten (Reichweite), die Akzeptanz sowie Wissens-, Einstellungs- und Verhaltensänderungen (einschließlich Gesundheitsindikatoren) bei den jeweiligen Zielgruppen (z. B. Konsumierende, Verkaufspersonal). Die Recherche wird in internationalen Literaturdatenbanken erfolgen.

Die beiden Forschungsfragen lauten dabei:

  1. Welche der verschiedenen Abgabemodalitäten wurden gut angenommen und haben gut funktioniert, welche weniger gut?
  2. Welche Effekte auf den Konsum, das Risikoverhalten und andere gesundheitliche Parameter zeigten sich dabei?

Es werden Evaluationsstudien zu den verschiedenen Merkmalen und Modalitäten legaler Abgabemodelle aus den Ländern USA, Kanada und Uruguay in die Literaturanalyse eingeschlossen (z. B. Art der Abgabestelle, Altersgrenze, Produktangebot, Abgabe- und Besitzmengen, Warnhinweise, Personalschulungen, Konsumtipps).

Aktuelle Ergebnisse

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Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Glücksspiel-Survey 2021

Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Glücksspiel-Survey 2021

Projektteam: Dr. Sven Buth, Dr. Jens Kalke, Prof. Dr. Gerhard Meyer (Universität Bremen)

Laufzeit: 2021 bis 2026

Gefördert von Deutscher Lotto- und Totoblock

In Zusammenarbeit mit der Info GmbH (Berlin)

Hintergrund und Fragestellung

  • Mit dem Glücksspielsurvey soll ein Beitrag geleistet werden, die epidemiologischen Erkenntnisse über die Glücksspielteilnahme und -probleme der bundesdeutschen Bevölkerung weiter zu verbessern. Auf der Grundlage solcher – in zweijährigen Abständen erhobenen Daten – können Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes evaluiert und gegebenenfalls verbessert werden.
  • Bei dem Glücksspielsurvey 2021 handelt es sich um keine einfache Fortschreibung des bisherigen Monitoring der BZgA. Mit den Veränderungen bei der Erhebungsmethodik (kombinierte Telefon- und Online-Befragung) und den -instrumenten (DSM-5) ist vielmehr ein methodischer Neustart verbunden.

Methodik

  • Die Datenerhebung erfolgte in Form eines Mixed-Mode-Design (CATI: Festnetz- und Mobiltelefonnutzer*innen & CAWI: Online-Access-Panelist*innen). Zwischen dem 03.08.2021 und dem 16.10.2021 sind insgesamt 12.303 Personen zwischen 16 und 70 Jahren befragt worden (CATI: 7.501; CAWI: 4.802). Die Gewichtung erfolgte nach soziodemografischen Merkmalen (Alter, Geschlecht, Schulabschluss) sowie der Erhebungsart (2/3 telefonisch; 1/3 online). Glücksspielbezogene Probleme der erwachsenen Bevölkerung (18-70 Jahre) wurden auf Basis des DSM-5 erhoben.
  • Neben Fragen zum Spielverhalten, zu glücksspielbezogenen Problemen, zur Bedeutung von Werbung für Glücksspiel und zu gesundheitsbezogenen und soziodemografischen Merkmalen beinhaltete der Fragebogen auch eine Itemliste, mit welcher die Kenntnis und Akzeptanz von insgesamt elf verschiedenen Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes in der Bevölkerung erfasst wurden.

Ergebnisse (Auswahl)

  • 29,7% der Bevölkerung haben in den letzten 12 Monaten mindestens ein Glücksspiel um Geld gespielt (Männer: 34,7%; Frauen: 24,5%). Jede fünfte Person nahm in den letzten 12 Monaten zumindest einmal am Zahlenlotto teil (19,3%; Eurojackpot: 10,7%). Insgesamt 6,8% spielten riskante Glücksspielformen (Automatenspiel, Kasinospiele, Sportwetten).
  • 2,3% der 18- bis 70-Jährigen sind – bezogen auf die zurückliegenden 12 Monate – von einer „Störung durch Glücksspielen“ (DSM-5) betroffen (leichte Störung 1,1%, mittelschwere Störung: 0,7% schwere Störung: 0,5%). Bei 5,7% der Befragten ist zudem von einem riskanten Spielverhalten (1-3 erfüllte DSM-5-Kriterien) auszugehen. Die höchsten Anteilswerte einer glücksspielbezogenen Störung finden sich unter den Spieler*innen an Geldspielautomaten (33,4%), gefolgt von Spieler*innen an Glücksspielautomaten in Spielbanken (31,5%) und den Live-Sportwetter*innen (29,7%). Deutlich geringer sind die zugehörigen Prävalenzwerte bei den klassischen Lotterien.
  • Die weit überwiegende Mehrzahl der befragten Personen fühlt sich über die Gefahren des Glückspielens (sehr) gut informiert (78,3%). Am bekanntesten ist in der Bevölkerung das Teilnahmeverbot für Minderjährige (85,3%). Aufklärungsmaßnahmen und Suchthinweise sind 75,5% bzw. 70,3% bekannt. Des Weiteren wurde die Akzeptanz des Spielerschutzes erhoben: Die höchste Zustimmungsrate findet sich beim Glücksspielverbot für Kinder und Jugendliche (86,3%). An zweiter Stelle folgt die Aufklärung über die Suchtgefahren des Glücksspiels (82,9%). Fast 70% der Befragten plädieren für eine Beschränkung der Werbung für Glücksspiele (68,6%).

Diskussion

  • Die Ergebnisse des Glücksspielsurveys 2021 verweisen auf das unterschiedliche Gefährdungspotential der einzelnen Glücksspielformen. Bei der Gestaltung und Etablierung von Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen sollte dies dahingehend Berücksichtigung finden, dass Präventionskonzepte für die riskanten Glücksspiele eher restriktiv gestaltet und verhältnispräventiv ausgerichtet werden. Ferner zeigen die Befragungsergebnisse, dass eine gute Kenntnis und Akzeptanz der verschiedenen Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes in der Bevölkerung vorhanden ist.

Den Bericht können Sie hier herunterladen.

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Auswirkungen der Schließung von terrestrischen Glücksspielangeboten aufgrund eines pandemiebedingten Lockdowns auf das Glücksspielverhalten

Auswirkungen der Schließung von terrestrischen Glücksspielangeboten aufgrund eines pandemiebedingten Lockdowns auf das Glücksspielverhalten

Projektteam: Dr. Sven Buth, Christian Schütze, Dr. Jens Kalke

Laufzeit: 01.11.2020 bis 31.01.2021

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Hintergrund und Fragestellung

  • Es gibt in der Fachöffentlichkeit die verbreitete These, dass Beschränkungen bei terrestrischen Glücksspielen zu einem Ausweichen der Glücksspieler*innen auf die Onlineangebote führen. Ob und in welchem Maße dieses jedoch zutrifft, ist bisher weder national noch international auf Basis belastbarer Daten systematisch untersucht worden.
  • Die COVID-19-bedingten Lockdowns mit den verfügten Schließungen gewerblicher Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros und einem Teil der Lotto-Annahmestellen zwischen März und Mai sowie ab November 2020 ermöglichten die Durchführung eines Forschungsprojektes mit einem quasi-experimentellen Untersuchungsdesign, in welchem die Auswirkungen der deutlichen Beschränkungen des gesamten terrestrischen Glücksspielangebotes erstmals für Deutschland empirisch untersucht werden konnten.
  • Die vorliegende Untersuchung geht den folgenden Forschungsfragen nach:
    1. Wie veränderte sich das Glücksspielverhalten der an terrestrischen Glücksspielen teilnehmenden Personen nach der Schließung der Spielstätten?
    2. Führten stark eingeschränkte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung dazu, dass Menschen, die bisher keine Affinität zum Glücksspiel aufwiesen, damit begannen, an Online-Glücksspielen teilzunehmen?
    3. Welche psychischen, sozialen und/oder finanziellen Probleme ergaben sich aus den pandemiebedingten Lockdowns im Allgemeinen und der Schließung der terrestrischen Glücksspielangebote im Besonderen?
    4. Welche begleitenden Spielerschutzmaßnahmen wären während der Lockdownphasen sinnvoll gewesen, um mögliche negative Folgen eines intensivierten Onlinespielverhaltens zu minimieren?

Methodik

  • Die formulierten Forschungsfragen sollten auf Grundlage quantitativer Daten untersucht werden. Zu diesem Zweck wurde eine Online-Befragung (Pay-Pack-Panel) durchgeführt. Um nicht nur Aussagen zu den Glücksspieler*innen im Allgemeinen, sondern auch zu den Nutzer*innen der unterschiedlichen Glücksspielformen treffen zu können, bedurfte es einer Stichprobe, welche eine hinreichend große Fallzahl pro Spieler*innengruppe enthält. Zudem sollte in der Untersuchung auch nach dem Setting der Spielteilnahme unterschieden werden (überwiegend online, überwiegend stationär, online & stationär). Mit Blick auf die für Deutschland fünf bedeutsamsten Glücksspielarten – Lotterien, Rubbellose, Kasinospiele, Automatenspiele und Sportwetten – ergaben sich somit 15 Spielergruppen.
  • Der Onlinefragebogen wurde unter Anwendung der Umfragesoftware Lime Survey programmiert, welcher mittels eines Links im Web-Browser oder auch auf Tablets oder Smartphones aufgerufen und beantwortet werden konnte. Die Befragung startete am 2. Dezember 2020 und endete am 18. Januar 2021.
  • Die Inhalte des Fragebogens orientierten sich an den einleitend formulierten Forschungsfragen. Ein besonderer Fokus lag hierbei auf der Differenzierung nach den verschiedenen Pandemiephasen:
    • Phase 1: Zeit unmittelbar vor dem ersten Lockdown (Januar & Februar 2020),
    • Phase 2: Zeit während des ersten Lockdowns (März-Mai 2020),
    • Phase 3: Zeit nach dem ersten Lockdown (Juni-Oktober 2020),
    • Phase 4: Zeit während des zweiten Lockdowns (ab November 2020).

Ergebnisse

  • Die Analysen zeigen, dass kurzfristige Schließungen von terrestrischen Spielstätten von einem Teil der Glücksspielenden als Anlass genommen werden, mit dem Glücksspiel – zumindest für einen mittelfristigen Zeitraum – aufzuhören. Die größten Anteile von Beender*innen – gemeint sind hiermit Spieler*innen, welche eine vor dem ersten Lockdown gespielte Spielform nach Beendigung des Lockdowns nicht weiterspielen – finden sich beim rein stationären Kasino- und Automatenspiel (68% bzw. 45%).
  • Auch ist während und durch die beiden Lockdownphasen ein Ausweichen aus den stationären Angeboten auf die weiterhin verfügbaren Online-Glücksspiele nicht erkennbar. Selbst ein Teil der ausschließlich online spielenden Glücksspieler*innen stellt das Online-Glücksspiel – der jeweils betrachteten Spielform – ein. Das gilt für alle fünf der hier einbezogenen Glücksspielformen; überdurchschnittlich häufig ist ein solches Verhalten bei Frauen und jüngeren Personen zu beobachten. Die größten Anteile von diesen Beender*innen beim reinen Online-Setting finden sich auch hier beim Kasino- und Automatenspiel (47% bzw. 43%).
  • Die vorliegende Untersuchung weist unabhängig von den Lockdownphasen darauf hin, dass Personen, die sowohl online als auch terrestrisch spielen, von Spielproblemen in besonderem Maße betroffen sind; dies gilt für alle betrachteten Glücksspielarten.
  • Glücksspiel-Werbung hat drei von zehn der Beginner*innen dazu animiert, mit dem Spielen anzufangen. Eine ähnliche Wirkung zeigt sie bei den aktiven Spieler*innen. Vier von zehn der Befragten, die von einer Steigerung der Spielteilnahme während des ersten Lockdowns berichten, führen diese – neben anderen Gründen – auf die Wahrnehmung von glücksspielbezogener Werbung zurück.

Schlussfolgerungen für Prävention und Hilfe

  • Die Ergebnisse dieser Studie geben empirische Hinweise auf die zu erwartenden Auswirkungen verhältnispräventiver Eingriffe im Glücksspielwesen. Die Schließungen während der beiden Lockdowns hatten offensichtlich für einen Teil der Spielerschaft positive Wirkungen auf das Spielverhalten. Es stellt sich deshalb die grundsätzliche Frage, ob kurze, zeitlich befristete Schließungen von terrestrischen Spielstätten geeignete Maßnahmen wären, um Glücksspielenden die Möglichkeit zu erleichtern, über ihr unkontrolliertes Spielverhalten nachzudenken oder das Spielen gänzlich zu beenden.
  • Dabei wäre ein zahlenmäßig nennenswertes Ausweichen auf die bestehenden Glücksspielangebote im Internet durch eine solche „Angebotspause“ nach den Ergebnissen dieser Studie nicht zu erwarten. Suchtprävention und -hilfe im Glücksspielbereich müssten im Falle der Realisierung einer solchen Maßnahme so konzipiert sein, dass sie mit geeigneten Maßnahmen potenzielle Aussteiger*innen unterstützen könnten.
  • Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Untersuchung ebenfalls belegt, dass Personen mit einem kombinierten Glücksspielverhalten (online und terrestrisch) von Spielproblemen in besonderem Maße betroffen sind. Sie sollten deshalb zukünftig stärker in den Fokus von Forschung, Prävention und Hilfe genommen werden.
  • Letztendlich weist die Untersuchung auch darauf hin, welchen bedeutsamen Einfluss die Werbung auf die Initiierung bzw. Steigerung eines Glücksspielverhaltens hat. Daraus lässt sich die Empfehlung ableiten, glücksspielbezogene Werbung in inhaltlicher, zeitlicher und räumlicher Hinsicht strengeren Restriktionen zu unterwerfen.

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Riskanter Alkoholkonsum als Risikofaktor für Demenzerkrankungen (DALKO)

Riskanter Alkoholkonsum als Risikofaktor für Demenzerkrankungen (DALKO)

Projektteam: Dr. Jakob Manthey, Dr. Jens Kalke, Carolin Kilian (TU Dresden)

Laufzeit: 01.09.2021 bis 30.04.2022

Gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit

Mehr als 1% der deutschen Bevölkerung ist an Demenz erkrankt und im Jahr 2016 waren etwa 78.000 Todesfälle auf diese Erkrankung zurückzuführen. Angesichts einer alternden Bevölkerung sind veränderliche Risikofaktoren, wie Tabak und Alkoholkonsum zentral, um einen weiteren Anstieg der Krankheitslast von Demenzerkrankungen zu vermeiden. Die Studienlage deutet insgesamt auf einen kausalen Zusammenhang von hoch riskantem Alkoholkonsum und Demenzerkrankungen hin. Größere Unsicherheiten bestehen allerdings darin, inwieweit geringe Trinkmengen das Erkrankungsrisiko senken und ob Unterschiede im Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und verschiedenen Formen der Demenzerkrankungen bestehen. In Deutschland ist Alkoholkonsum hochprävalent und verantwortlich für mehrere zehntausend Todesfälle pro Jahr. Allerdings wurde bislang noch nicht geschätzt, wie viele der demenzbedingten Todesfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind.

In dem vorliegenden Forschungsvorhaben soll erstens die Literatur hinsichtlich des Zusammenhangs von Alkoholkonsum und Demenzerkrankungen zusammengefasst werden. Hierzu werden die Risiken unterschiedlicher Trinkmengen und -muster analysiert, Unterschiede zwischen verschiedenen Formen von Demenzerkrankungen berücksichtigt und auf Grundlage der identifizierten Risiken der Anteil alkoholbedingter Krankheitsfälle geschätzt. Zweitens werden Programme zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Bezug auf Risikofaktoren von Demenz identifiziert. Hierzu wird eine Literaturrecherche mit einer zweistufigen Befragung von Expert*innen kombiniert.

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Untersuchung zum Zufallscharakter und der Risikopotentiale von Sportwetten

Untersuchung zum Zufallscharakter und der Risikopotentiale von Sportwetten

Projektteam: Dr. Jens Kalke (ISD), Moritz Rosenkranz (ISD), Dr. Tobias Hayer (Uni Bremen)

In Kooperation mit: Universität Bremen, Arbeitseinheit Glücksspielforschung

Laufzeit: 01.10.2019 bis 31.08.2020

Gefördert von Stabsstelle Spielerschutz des Bundesministeriums für Finanzen Österreich

Österreich ist das einzige Land in der EU, in dem Sportwetten als Geschicklichkeits- und nicht als Glücksspiele gelten. Über die Frage, ob diese (rechtliche) Einordung überhaupt dem realen Charakter von Sportwetten entspricht, gibt es seit Langem eine Diskussion in der österreichischen Fachöffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund wurde das ISD beauftragt, eine Untersuchung zum Zufallscharakter und den Risikopotentialen von Sportwetten durchzuführen. Mit dieser Arbeit sollte der aktuelle Forschungsstand zum genannten Themenbereich zusammengetragen werden.

Der Werkauftrag setzte sich dabei aus vier einzelnen Leistungen zusammen:

  1. zusammenfassender Überblick zu den Typen von Sportwetten in der EU inklusive ihrer rechtlichen Definition;
  2. internationale Literaturanalyse zu den Risiken von Sportwetten (narrativer Review als Artikel);
  3. internationale Literaturanalyse zu der Fragestellung „Sportwetten: Geschicklichkeit oder Zufall?“ (systematischer Review als Artikel);
  4. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Untersuchung (1. bis 3.) inklusive Schlussfolgerungen für Politik und Praxis.

Die beiden Literaturanalysen (2. & 3.) wurden im Heft 1/2021 in der Suchttherapie veröffentlicht:

  • Hayer T, Kalke J. Sportwetten: Spielanreize und Risikopotenziale. Suchttherapie 2021; 22 (1): 11-18.
  • Kalke J, Schmidt CS, Hayer T. Sportwetten: Expertise oder Glück? Ein systematischer Review über Tippstudien. Suchttherapie 2021; 22 (1): 27-36.

Die Zusammenfassung (4.) können Sie hier herunterladen.

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Auswirkungen von Covid-19 auf die Suchtprävention in Deutschland – Chancen und Risiken einer stärkeren Digitalisierung

Auswirkungen von Covid-19 auf die Suchtprävention in Deutschland – Chancen und Risiken einer stärkeren Digitalisierung

Projektteam: Hermann Schlömer, Veronika Möller, Britta Jacobsen, Dr. Philipp Hiller, Sabine Meiboom

In Kooperation mit: der Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH, der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS), der Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen, Bereich suchtmittelspezifische Suchtprävention sowie dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig‐Holstein (IQSH)

Laufzeit: 15.02.-15.12.2021

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Angesichts der sich ausbreitenden Corona-Infektionen in Deutschland seit März 2020 wurden Schulen, Berufsschulen und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit und damit die wichtigsten Settings auch für suchtpräventive Maßnahmen im Kindes-, Jugend- und frühem Erwachsenenalter in den meisten Bundesländern phasenweise geschlossen. Das beinhaltete zugleich einen weitgehenden Verzicht auf Präsenz-  zugunsten von Online-Unterricht und einen Ausfall von Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Abgesehen davon gab es in den Schulen auch für bestimmte Klassen phasenweise Präsenz- oder im Wechsel Präsenz- und digitalen Unterricht (Home Schooling). Durch das neue Infektionsschutzgesetz vom 21. April 2021 sind die Vorgaben bzw. Richtlinien für die Schulschließung vereinheitlicht und verschärft worden. Es ist anzunehmen, dass unter diesen Bedingungen für sogenannte „weiche“ Themen wie Suchtprävention, ohne feste Verankerung im Schulcurriculum oder in einem Unterrichtsfach, noch weniger Platz ist als zuvor. Selbiges gilt für die, wegen der Corona-Schutzmaßnahmen erschwerte, offene Kinder- und Jugendarbeit sowie etwas eingeschränkter auch für Kindertagesstätten. Angesichts des erschwerten Zugangs zu kulturellen und sportlichen Angeboten, weniger Möglichkeiten für Feiern, Treffen im öffentlichen Raum und sozialen Aktivitäten, der Konzentration des Lebens von Kindern und Jugendlichen auf das häuslich familiäre Umfeld sowie der auch durch schulische Anforderungen stärkeren Nutzung digitaler und sozialer Medien ist weiterhin zu erwarten, dass Onlinespiele und -wetten mehr genutzt werden.  Entsprechend medialen und auch ersten empirischen Hinweisen ist weiterhin zu vermuten, dass vor allem der Alkoholkonsum bei Erwachsenen im privaten und öffentlichen Raum in den letzten Monaten angestiegen ist. Dadurch besteht ggf. eine höhere Bedeutung elterlicher Rollenmodelle und schützender Einflussnahme in Bezug auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder wie auch eine veränderte Sicht auf Alkoholverfügbarkeiten im häuslichen Umfeld.

Ziel dieses Projektes ist es daher unter anderem, Möglichkeiten und Barrieren der suchtpräventiven Praxis in der Corona-Pandemie für suchtpräventive Fachkräfte und Multiplikator:innen in den Settings Familie, Schule und offene Kinder- und Jugendarbeit sowie Erfahrungen mit digitalen suchtpräventiven Projekten aber auch Erfahrungen mit Fortbildungsangeboten zur Digitalisierung der Suchtprävention und mögliche Veränderungen des suchtmittelbezogenen Gebrauchs zu erheben und zu analysieren.

Das Forschungsprojekt besteht aus vier empirischen Modulen:

  • Strukturierte Fokusgruppengespräche mit Jugendlichen
  • Strukturierte Fokusgruppengespräche mit Eltern
  • Leitfadengestützte Telefoninterviews mit Multiplikator:innen der Suchtprävention
  • Quantitative Online-Befragung von Multiplikator:innen der Suchtprävention

Im Anschluss sollen die Ergebnisse aus den Befragungen in zwei Fokusgruppen mit den 16 Landeskoordinator:innen diskutiert und gemeinsam Empfehlungen für die suchtpräventive Praxis erstellt werden

Den Abschlussbericht inkl. Empfehlungen für die Praxis können Sie hier herunterladen.

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Standards für Jugend- und Spielerschutzmaßnahmen beim Online-Glücksspiel (SJSOG)

Standards für Jugend- und Spielerschutzmaßnahmen beim Online-Glücksspiel (SJSOG)

Projektteam: Dr. Tobias Hayer (Uni Bremen), Harald Lahusen (ISD), Dr. Jens Kalke (ISD)

in Kooperation mit: Universität Bremen, Arbeitseinheit Glücksspielforschung

Laufzeit: 01.07.2019 bis 31.08.2020

Förderer: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Fragestellung und Methodik

Übergeordnetes Ziel des Forschungsvorhabens war es, die bundesweite Diskussion zur Optimierung einer evidenzbasierten Glücksspielsucht-Prävention beim Online-Glücksspiel um zentrale und neuartige Impulse zu erweitern. Erstmalig im deutschsprachigen Raum wurde damit der Versuch unternommen, Mindeststandards für Jugend- und Spielerschutzmaßnahmen beim Online-Glücksspiel zu definieren.

Um die Ziele des Forschungsprojekts zu realisieren, fiel die Wahl auf einen breiten methodischen Ansatz, bei dem verschiedene Teilmodule aufeinander aufbauten:

  1. eine Bestandsaufnahme zu Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes beim Online-Glücksspiel (Modul 1a) sowie eine ergänzende Analyse von Online-Webseiten (Modul 1b),
  2. ein systematisches Literaturstudium zu wissenschaftlichen Erkenntnissen in Bezug auf die Effekte von Interventionen beim Online-Glücksspiel (Modul 2),
  3. eine Befragung von Expert*innen (Delphi-Verfahren) zu Erfolg versprechenden Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes beim Online-Glücksspiel (Modul 3).

Modul 1a

Für eine erste Bestandsaufnahme konnten im Rahmen eines iterativen Rechercheprozesses (12 Quellen) insgesamt 42 unterschiedliche Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes identifiziert werden. Darunter befinden sich unter anderem Maßnahmen des Jugendschutzes, Informationen zu den Risiken des Glücksspiels, unterschiedliche Limitierungsarten, Beschränkungen des Zahlungsverkehrs sowie Hilfsmittel zur Selbstkontrolle des Glücksspielverhaltens.

Modul 1b

Bei der Analyse von 40 (weltweiten) Online-Webseiten konnten zwei weitere Maßnahmen gefunden werden, so dass sich die Gesamtzahl auf 44 erhöhte. Eine quantitative Auswertung der Online-Webseiten nach diesen 44 verschiedenen Maßnahmen zeigt, dass es sich bei 64% aller 370 erfassten Maßnahmen um verhaltenspräventive Maßnahmen handelt; ein gutes Viertel stellt eine Mischform aus Verhaltens- und Verhältnisprävention dar (26%) und jede zehnte ist verhältnispräventiv ausgerichtet (10%). Die dominierenden verhaltenspräventiven Maßnahmen richten sich sowohl an universelle als auch an selektive und indizierte Zielgruppen.

Modul 2

Die systematische Literaturanalyse zur Maßnahmenwirksamkeit bringt wenig Aufschluss mit sich, da nur vereinzelt wissenschaftliche Erkenntnisse über ihre Effekte vorliegen. Insgesamt konnten nur 20 Studien in den Review einfließen. Nach seinen Ergebnissen können am ehesten das personalisierte Verhaltensfeedback, die Selbstsperre sowie Limitierungssysteme als Erfolg versprechende Ansatzpunkte der Suchtprävention angesehen werden.

Modul 3

Das von der Gruppe der Expert*innen vorgeschlagene finale Konzept besteht aus 14 Mindeststandards zum Jugend- und Spielerschutz, wie die folgende Übersicht zeigt. Dabei überwiegen Maßnahmen, die verhältnispräventive Komponenten enthalten. Im Ganzen besteht das Konzept aus zwei verhaltenspräventiven, fünf kombinierten und sieben verhältnispräventiven Maßnahmen. Nach den Zielgruppen strukturiert, handelt es sich um drei universelle, acht selektive und drei indizierte Interventionen.

Gesamtkonzept der Mindeststandards mit 14 Maßnahmen

universell
selektiv
indiziert
Verhaltensprävention
keine Ermutigung zu kontinuierlichem Spiel
personalisiertes Feedback
Verhaltens-/ Verhältnisprävention
Einzahllimit
Einsatzlimit
Verlustlimit
Kontosperre
Selbstsperre
Verhältnisprävention
Altersverifizierung
Zahlungszugang nur für Erwachsene
Ausschluss Werbung
generelles Einsatzlimit
generelles Verlustlimit
generelles Einzahllimit
Fremdsperre

Ausblick

Zusammenfassend ist das vorgelegte Gesamtkonzept mit den 14 Mindeststandards als ein erster Vorschlag zur Weiterentwicklung suchtpräventiver Ansätze beim Online-Glücksspiel zu verstehen. Weitere Forschungsarbeiten sind in diesem Bereich unabdingbar. Das betrifft vor allem Evaluationen von (einzelnen) Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes und hier im Besonderen die Umsetzung von Kontrollgruppenstudien mit der Erfassung mittel- und langfristiger Verhaltenseffekte.

Download

Projektbericht: Standards für Jugend- und Spielerschutzmaßnahmen beim Online-Glücksspiel (SJSOG)

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Empfehlungen zur Umsetzung einer evidenzbasierten Suchtprävention in Deutschland (2019-2020)

Empfehlungen zur Umsetzung einer evidenzbasierten Suchtprävention in Deutschland (2019-2020)

2014 wurde als Ergebnis einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Klausurwoche von Expert_innen das „Kölner Memorandum zur Evidenzbasierung in der Suchtprävention“ veröffentlicht. Davor und danach gab es vielfältige, teils kontroverse Diskussionen über Möglichkeiten und Grenzen einer evidenzbasierten, suchtpräventiven Praxis in Deutschland.

Auf dem theoretischen Hintergrund des Kölner Memorandums und gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) wurden nun in einem weiteren Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung der Katholischen Hochschule NRW, Abt. Köln (KatHO NRW) in Zusammenarbeit mit dem Institut für interdisziplinäre Sucht- und  Drogenforschung Hamburg (ISD Hamburg) Empfehlungen für die erfolgreiche Gestaltung nachhaltig wirksamer Suchtprävention erarbeitet. Diese Empfehlungen sollen und können das Kölner Memorandum 2014 nicht ersetzen, sondern als praxisorientierte Handlungsanleitungen helfen, die Qualität der Suchtprävention zu sichern und eine evidenzbasierte Suchtprävention in Deutschland zu etablieren.

Hintergrund

Das 2014 im Rahmen einer Klausurwoche von elf Wissenschaftler_innen und zwei Praxisvertretern entwickelte und im gleichen Jahr veröffentlichte „Kölner Memorandum Evidenzbasierung in der Suchtprävention – Möglichkeiten und Grenzen“ wurde als Diskussionsanstoß bzw. als „erster Meilenstein, aber nicht“ als „das letzte Wort“ (Hoff et al., S. 25) auf verschiedenen Fachkongressen und -tagungen (Deutscher Suchtkongress, Hamburger und Tübinger Suchttherapietage etc.) und im Bund-Länder-Kooperationskreis Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie 2015 im Rahmen eines Buches mit vertiefenden Beiträgen aller Autor_innen des Memorandums vorgestellt und im Alternativen Drogen- und Suchtbericht besprochen.

Abgesehen von der geringen Anzahl von Fachkräften der Suchtprävention, die an den Fachkongressen und -tagungen teilnahmen, sprechen die vorliegenden Rückmeldungen und die verfügbaren Einblicke in die suchtpräventive Praxis in Deutschland dafür, dass das Kölner Memorandum vor Ort in der konkreten Praxis der Suchtprävention bisher noch nicht genügend Beachtung findet. Ein wichtiger Grund dafür: Im laufenden Arbeitsalltag der Suchtprävention ist es offenbar kaum leistbar, bei der Entwicklung neuer oder der Auswahl von Maßnahmen das vorliegende empirische Wissen aus Forschung und Praxis sowie das Wissen der primären und sekundären (Multiplikator_innen) Zielgruppen zu sichten und zu Grunde zu legen.

Angesichts dieser unbefriedigenden Situation war es angezeigt,

a) die subjektiven Einschätzungen zur Evidenzbasierung generell und zum Kölner Memorandum speziell aus Sicht der Praxis systematisch zu erfassen und

b) für eine höhere Praxisanwendung und -tauglichkeit unter Beteiligung der Fachkräfte der Suchtprävention und Berücksichtigung ihres Praxisalltags anhand zu entwickelnder konkreter Empfehlungen zu sorgen.

Studienmethodik

Basis der angestrebten Entwicklung von konkreten Empfehlungen waren Erfassungen der subjektiven Einschätzungen zu o.g. Sachverhalten in der Praxis der Fachkräfte, was über ein mixed-method-Design aus quantitativen und qualitativen Methoden realisiert wurde.

Quantitative Online-Befragung:

Mit Hilfe eines vorliegenden Online-Befragungs-Tools („LimeSurvey“) der KatHO NRW sowie eines dafür entwickelten Fragebogens sollten möglichst viele Fachkräfte der Suchtprävention in Deutschland befragt werden, und zwar hinsichtlich

  • ihrer Affinität zur Evaluation suchtpräventiver Maßnahmen,
  • des Stellenwerts einer Zusammenarbeit von Praxis und Forschung,
  • der wahrgenommen Vorteile einer Evidenzbasierung der Suchtprävention,
  • förderlicher und hinderlicher Bedingungen für die regelhafte Implementierung evidenzbasierter Suchtprävention in der Praxis,
  • der Bekanntheit und Bewertung des Memorandums,
  • möglicher Verständnisschwierigkeiten im Memorandum aus Praxissicht
  • der Möglichkeiten und Grenzen für die Umsetzung der Empfehlungen des Memorandums sowie
  • von Verbesserungsanregungen für die Weiterentwicklung des Memorandums sowie.
  • ergänzend die Einschätzung polizeilicher suchtpräventiver Maßnahmen aus Praxissicht vor Ort (Vor- und Nachteile).

Gelingensbedingung für die Durchführung dieser Erhebung war die Unterstützung durch die Koordinator_innen und weiterer Schlüsselpersonen der Suchtprävention in den Bundesländern. Über diese Schlüsselpersonen sind die Fachkräfte der Suchtprävention am leichtesten zu erreichen und zur Teilnahme an der Befragung zu motivieren. Das Vorhaben wurde daher auch entsprechend im Bund-Länder-Kooperationskreis der BZgA und im Fachausschuss  Suchtprävention der Deutschen Hauptstelle fur Suchtfragen e.V. (DHS) vorgestellt und seine Umsetzung vorbereitet.

Qualitative Fokusgruppen mit inhaltsanalytischer Auswertung:

Zur Vertiefung der durch die Online-Befragung gewonnenen Erkenntnisse und zur Diskussion von notwendigen Aspekten der zu entwickelnden Empfehlungen wurden mit 7 bzw. 9 (insgesamt 16) renommierten Fachkräften der Suchtprävention halbtägige Fokusgruppengespräche in Hamburg und Köln durchgeführt und ausgewertet.

Qualitative Einzeltelefoninterviews mit inhaltsanalytischer Auswertung:

Die auf Basis der vorangegangenen Auswertungen entwickelten Empfehlungsentwürfe  für Fach-/Leitungskräfte wie Entscheidungsverantwortliche in der Suchtprävention (siehe unten unter Publikationen) wurden 21 erfahrenen Fach-/Leitungskräfte der Suchtprävention vorgelegt, um Rückmeldungen zu Inhalten, Verständlichkeit, Anwendbarkeit u.Ä. sowie Verbesserungsanregungen zu erfassen und so die Einschätzungen der suchtpräventiven Praxis bei der Erstellung vertieft berücksichtigen zu können.

Publikationen

Hoff, T. * & Schlömer, H. * (2020). Für eine nachhaltig wirksame Suchtprävention sorgen: Empfehlungen für Entscheidungsverantwortliche. Köln, Hamburg: Katholische Hochschule NRW und Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD Hamburg). Download: Hier verfügbar.

Schlömer, H. * & Hoff, T. * (2020). Nachhaltig wirksame Suchtprävention erfolgreich gestalten: Empfehlungen für Praktiker_innen. Köln, Hamburg: Katholische Hochschule NRW und Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD Hamburg). Download: Hier verfügbar.

Kongress- und Tagungsbeiträge

Hoff, T. & Schlömer, H.: Evaluation und Weiterentwicklung des Kölner Memorandums zur evidenzbasierten Suchtprävention. Vortrag auf dem 12. Deutschen Suchtkongress (Mainz, 17.09.2019)

Hoff, T. & Schlömer, H.: Bewertung und praxisorientierte Ergänzungsbedarfe des Kölner Memorandums zur evidenzbasierten Suchtprävention. Vortrag auf der 30. Sitzung des BZgA-Länder-Kooperationskreises Suchtprävention (Köln, 10.10.2019)

Schlömer, H.: Bewertung und praxisorientierte Ergänzungsbedarfe des Kölner Memorandums zur evidenzbasierten Suchtprävention. Vortrag auf der Sitzung des Fachausschusses Suchtprävention der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (06.12. 2019) 

Förderung

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
Förderzeitraum: 01.10.2019 bis 31.07.2020

Projektleitungen für die Kooperationspartner

KatHO NRW: Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tanja Hoff
E-Mail: t.hoff(at)katho-nrw.de  |  Tel.: +49 (0)221-7757-137

ISD Hamburg: Dipl.-Psych. Hermann Schlömer
E-Mail: h.schloemer(at)isd-hamburg.de  |  Tel. + 49 (0)40-87606668

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Begleitforschung von Projekten des BKE

Begleitforschung von Projekten des BKE

Projektteam: Dr. Jens Kalke, Hermann Schlömer

Laufzeit: seit 2015

Gefördert vom Blauen Kreuz in der Evangelischen Kirche (BKE)

Seit dem Jahr 2015 begleitet das ISD verschiedene Projekte wissenschaftlich (für den Bundesverband sowie einige Landesverbände).

Dazu gehören:
• Evaluation der Ausbildung zur Gruppenbegleiter*in (SH),
• Evaluation der Ausbildung zur ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer*in (SH),
• Durchführung einer Mitglieder-Befragung im Rahmen des Projektes „Menschen stärken Menschen“ (Bund),
• Gute Praxis bei BKE-Selbsthilfegruppen – Ergebnisse einer Befragung von Gruppenleiter*innen (Bund),
• Weiterentwicklung von Angeboten des BKE im Bereich Onlineberatung, Internetauftritt und Social Media (NRW).

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Schulungen: Prävention von Glücksspielsucht und Spielmanipulation in den Nachwuchsleistungszentren der Fußballbundesligisten

Schulungen: Prävention von Glücksspielsucht und Spielmanipulation in den Nachwuchsleistungszentren der Fußballbundesligisten

Projektteam: Christian Schütze, Dr. Jens Kalke
Laufzeit: seit 2012

Das ISD bietet zum Themenbereich verschiedene Einheiten an. Hierzu gehören:
• Elterninformation,
• Anonymisierte Befragung der Teams (U15 bis U23),
• Veranstaltungen für die Teams (U15 bis U23),
• Schulung des Trainer- und Betreuerstabes NLZ,
• Informationsveranstaltungen für den Profibereich.

Es werden dort verschiedenen Themen behandelt (u. a.): Junge Fußballer und Glücksspiel, falsche Vorstellungen über Gewinnchancen bei Glücksspielen, Gefährdungspotential der verschiedenen Glücksspiele, Jugendschutzbestimmungen, Sportwettmarkt, Glücksspiel und Spielmanipulationen, Wettverbote für Spieler.

Für folgende Vereine war das ISD bisher tätig: HSV, Hertha BSC, FC Freiburg, FC St. Pauli.

Veröffentlichung:
Kalke J, Schütze C. & Rosenkranz M. (2016). Schulungen in Profivereinen. Prävention von Glücksspielsucht und Spielmanipulation in den Nachwuchsleistungszentren der Fußballbundesligisten. proJugend 3: 21-23.

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Spielsuchtprävention beim Glücksspielverkauf

Spielsuchtprävention beim Glücksspielverkauf

Projektteam: Christian Schütze, Dr. Philipp Hiller, Veronika Möller, Harald Lahusen, Elke Rühling, Dr. Jens Kalke, Dr. Sven Buth, Moritz Rosenkranz

Laufzeit: seit 2006

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum monopolisierten Sportwettenvertrieb im Jahr 2006 begannen die Glücksspielanbieter verstärkt mit der Umsetzung spielsuchtpräventiver Maßnahmen und der Evaluation dieser. Insbesondere die Verabschiedung des ersten Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV 2008) zwischen den Bundesländern etablierte zahlreiche gesetzliche Anforderungen an das spieler- und jugendschützende Handeln beim legalen Glücksspielvertrieb. Diese wurden konkretisiert durch die jeweiligen Ausführungsgesetze der Länder und fortgeschrieben bzw. modifiziert durch die Überarbeitungen des GlüStV (2012 und 2021).

Das ISD war und ist seitdem für verschiedene legale, d. h. staatlich lizenzierte Glücksspielanbieter im Rahmen ihrer Sozialkonzepte tätig (insbesondere Landeslotteriegesellschaften, einige Spielbanken).

Die unterschiedlichen Projekttätigkeiten erstreck(t)en sich über die Durchführung verschiedenster Maßnahmen. Dies waren (und sind) insbesondere Schulungen zu den spielerschützenden, suchtpräventiven Maßnahmen für verschiedene Zielgruppen:

  • das Verkaufspersonal der Lotto-Annahmestellen,
  • das Geschäftsstellenpersonal,
  • die vertriebsinternen Multiplikatoren und Multiplikatorinnen (Gebietszuständige, Schulungspersonal).
  • Die Entwicklung und Erstellung von Materialien (Präsenz- und Online-Schulungen) begleitet(e) die Schulungen.

Die Durchführung von Schulungsmaßnahmen berücksichtigt die je spezifische Vertriebssituation, fußt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und setzt mindestens die gesetzlichen Anforderungen zu Schulungsinhalten und zur Handlungsbefähigung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer um (Glücksspielstaatsvertrag, Ausführungsgesetze).

Darüber hinaus evaluiert(e) das ISD einzelne Spielerschutzmaßnahmen, aber auch vollständige Sozialkonzepte bzw. Bereiche von diesen. Hierbei handelt(e) es sich um:

  • die Evaluation der Personalschulungen der Glücksspielanbieter,
  • die Befragung des (Verkaufs-) Personals,
  • die Befragung des Geschäftsstellen- bzw. Vertriebspersonals,
  • die multimodale Evaluation eines gesamten Sozialkonzeptes,
  • die multimodale Evaluation von Teilen einzelner Sozialkonzepte,
  • die Evaluation von Internetsozialkonzepten.

Die Evaluation einzelner Maßnahmen oder ganzer Sozialkonzepte bzw. ihrer Teilbereiche wird getragen von

  • qualitativem Vorgehen (z. B. Interviews, begleitende Beobachtung),
  • quantitativen Methoden (z. B. standardisierte Interviews von Personal und/oder Kunden, Auswertung von Echtspieldaten) und
  • auch Dokumentenanalysen.

Evaluationsarbeiten des ISD halten Standards guter wissenschaftlicher Arbeit ein, berücksichtigen die gesetzlichen und Rahmenbedingungen des Auftraggebers und beachten die Rechte der von der Evaluation umfassten Personen.
Mitglieder der Projektgruppe waren an der Entwicklung eines umfassenden Sozialkonzeptes einer Landeslotteriegesellschaft beteiligt.

Schulungs- und Evaluationstätigkeiten sind personell getrennt.

Thematisch zugehörige Veröffentlichungen:

  • Hayer T., Kalke J. (2022). Effekte von Maßnahmen des Spielerschutzes beim Online-Glücksspiel – Ein systematischer Review. SUCHT. Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis, 68 (3): 169-188.
  • Kalke J., Schmidt CS., Hayer T. (2021). Sportwetten: Expertise oder Glück? Ein systematischer Review über Tippstudien. Suchttherapie, 22: 27-36.
  • Hayer T., Kalke J. (2021). Sportwetten: Spielanreize und Risikopotenziale. Suchttherapie, 22: 11-18.
  • Meyer G., Kalke J., Hayer T. (2020). Auswirkungen einer Reduktion der Verfügbarkeit von Glücksspielen auf die Prävalenz der Spielteilnahme und glücksspielbezogener Störungen: Ein systematischer Review. Beiträge zum Glücksspielwesen, 3: 10-19.
  • Kalke J., Hayer T. (2019). Expertise zur Wirksamkeit von Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes: Ein systematischer Review. In: Becker T. (Hrsg.) Schriftenreihe zur Glücksspielforschung (Band 21). Berlin: Peter Lang.
  • Kalke J., Schütze C. (2018). Evaluation des Sozialkonzeptes einer Lotteriegesellschaft: Methodik und ausgewählte Ergebnisse. Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht, 13 (2): 105-108.
  • Buth S., Kalke J. (2016). Lotterie-Sparen – Ergebnisse der Evaluation eines Internetsozialkonzeptes. Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht, 11 (5): 322-327.
  • Kalke J. & Buth S. (2015). Internetsozialkonzepte der Lotteriegesellschaften. Ergebnisse erster Evaluationen. Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht, 10 (3/4): 202-206.
  • Kalke J., Verthein U., Buth S. & Hiller P. (2011). Glücksspielsucht-Prävention bei den staatlichen Lotterien: Evaluation der Schulungen des Annahmestellenpersonals. Suchttherapie, 12 (4): 178-185.
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Evaluation der Internetsozialkonzepte von Lotteriegesellschaften

Evaluation der Internetsozialkonzepte von Lotteriegesellschaften

Projektteam: Dr. Jens Kalke, Sven Buth

Laufzeit: 2014 bis 2020

Der Glücksspielstaatsvertrag von 2012 verpflichtet die Lotteriegesellschaften, ein an die besonderen Bedingungen des Internets angepasstes Sozialkonzept für das Onlinespielen zu entwickeln und dieses wissenschaftlich evaluieren zu lassen. Ausgewählte Ergebnisse einer solchen Evaluation werden hier vorgestellt. Dabei wird eine zusammenfassende, aggregierte Analyse der Daten einer Kundenbefragung bei LOTTO Bayern, LOTTO Hamburg, LOTTO Niedersachsen, LOTTO Hessen, LOTTO Rheinland-Pfalz und LOTTO Thüringen vorgenommen.

Werden die Ergebnisse zum Spielverhalten betrachtet, so lässt sich festhalten, dass fast alle Internetspieler/innen der Lotteriegesellschaften ein unproblematisches Spielverhalten aufweisen: Die meisten spielen ausschließlich Online bei LOTTO, setzen dafür moderate Summen ein und praktizieren keine weiteren Glücksspiele. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass aufgrund der Wiederaufnahme des Onlinespiels bei den Lotteriegesellschaften Kunden/innen ein unkontrolliertes Spielverhalten entwickelt haben. Beim Spielverhalten bestehen zwischen den drei Lotteriegesellschaften keine größeren Unterschiede. Einschränkend ist jedoch hinzufügen, dass diese Angaben zu einem erheblichen Teil auf Selbstauskünften der Befragten basieren.

Ferner werden wichtige Elemente des Internetsozialkonzeptes – Spielerschutzseite, Selbstlimitierung, Spielersperren – von den Kunden/innen wahrgenommen und teilweise auch genutzt. Dieses geschieht unabhängig von ihrem Spielverhalten. Damit haben diese präventiven Maßnahmen eher eine übergreifende Ausstrahlung; sie können empirisch nicht den verschiedenen Zielgruppen der Prävention zugeordnet werden, wie beispielsweise potentiellen Risikogruppen oder schon problematisch Spielenden. Einen Selbsttest auf Spielprobleme oder eine telefonische Helpline haben dagegen nur wenige Personen genutzt. Dieser Sachverhalt muss jedoch in einen Zusammenhang mit dem Spielverhalten der Onlinekunden gestellt werden. Hierbei zeigte sich, wie schon erwähnt, dass nur ganz wenige Internetkunden/innen ein problematisches Spielverhalten aufweisen.

Bei der Bekanntheit und Nutzung der Internetsozialkonzepte bestehen einige Unterschiede zwischen den Lotteriegesellschaften. Diese sind aber nicht durchgängig bei dem einen oder bei dem anderen Sozialkonzept vorhanden, so dass keine Aussagen darüber getroffen werden kann, welches das zu bevorzugende Konzept im Sinne von „best-practice“ wäre. Hier sind weitere Evaluationen und interne Qualitätsvergleiche erforderlich. Die fachliche Diskussion steht hier erst an ihrem Anfang.

Das Projekt wurde gefördert von den Lotteriegesellschaften Bayern, Hamburg und Niedersachsen.

Einen Artikel über die Evaluationsergebnisse finden Sie in der Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht (Heft 3/4 2015).

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Remissionsprozesse von pathologischen Glücksspielern/innen im 3-Jahresverlauf

Remissionsprozesse von pathologischen Glücksspielern/innen im 3-Jahresverlauf

Projektteam: Sven Buth, Sascha Milin, Charlotte Kleinau, Dr. Jens Kalke

Laufzeit: April 2015 – Februar 2016

Hintergrund und Ziele der Studie

Die Lebenszeitprävalenz für pathologisches Spielen liegt nach den Ergebnissen der PAGE-Studie in Deutschland bei ca. 1% (Meyer et al., 2011). Absolut sind dies mehr als eine halbe Million Personen. Nahezu zwei Dritteln dieser Spieler ist es jedoch gelungen, ihre Spielsucht aus eigener Kraft (Spontanremission) oder unter Inanspruchnahme formeller Hilfe zu über-winden. Belastbare Aussagen zum Ablauf, zur Struktur und zu den Einflussfaktoren von Remissions- und Rückfallprozessen bei pathologischen Glücksspielern/innen (PGS) lassen sich in der internationalen Literatur aber kaum finden. Dafür bedarf es Longitudinalstudien (Nower & Blaszczynski, 2008), die in diesem Forschungsbereich bisher sehr selten sind. In der vorliegenden Untersuchung konnte eine solche Längsschnittanalyse realisiert werden, da von den meisten Stichprobenteilnehmern/innen einer vorangegangenen Studie („Selbstheilung bei pathologischen Glücksspielern“) das Einverständnis vorlag, diese nochmals kontaktieren zu dürfen (Buth et al. 2014).

Die vorliegende Studie geht zum einen der Frage nach, wie sich die Remissions- und Rückfallprävalenzen in einem Dreijahresverlauf entwickeln; zum anderen werden dabei potentielle Faktoren für die Aufrechterhaltung der Glücksspielabstinenz und des pathologischen Spielens bzw. des Rückfalls in die Spielsucht analysiert. Auch die Art und Intensität der Inanspruchnahme sowie die Angemessenheit von Hilfemaßnahmen im Dreijahresverlauf werden untersucht, um mögliche Defizite in der Prävention und in der Versorgung von pathologischen Glückspielern/innen aufzudecken.

Methodik

Die potentiell erreichbare Stichprobe umfasste 336 Personen aus der vorangegangenen Studie. Von diesen konnten insgesamt 97 Personen nicht kontaktiert werden bzw. verweigerten die Teilnahme an einer erneuten Befragung, so dass die finale Stichprobe 239 Personen beinhaltet. Die Wiedererreichungsquote beträgt somit 71%.
Die Teilnehmer/innen sind im Rahmen von telefonischen, schriftlichen und internetgestützten Interviews zu ihrem aktuellen und früheren Spielverhalten, zu glücksspielbezogenen Problemen, zur Inanspruchnahme von Hilfen, zu den Barrieren einer solchen Inanspruchnahme, zu Spielmotiven, zu Gründen für die Remission, zum aktuellen Gesundheitsstatus u.v.m. befragt worden. Sofern verfügbar, kamen jeweils international anerkannte Instrumente zum Einsatz. Ausgehend von dem Status bei der Erstbefragung werden in der vorliegenden Studie zwei Gruppenvergleiche durchgeführt: Es werden die durchgängig remittierten mit den rückfälligen Personen sowie die weiterhin pathologisch spielenden mit den neu remittierten Personen verglichen. Für diese vier Gruppen ergaben sich folgende Fallzahlen: durchgehend remittiert (RERE): N=90, remittiert? pathologisch (REPA): N=23, durchgehend pathologisch (PAPA): N=61 und pathologisch? remittiert (PARE): N=53. Für valide geschlechtsspezifische Auswertungen sind die Fallzahlen der Gruppen – vor allem bei den Frauen – zu gering.

Ergebnisse

Den allermeisten der zum Zeitpunkt der Erstbefragung remittierten Personen (82%) gelingt es, diesen Status aufrechtzuerhalten, wobei ein kleinerer Teil (10%) von ihnen zwischendurch wieder pathologisch gespielt hat. Von einem Rückfall in ein pathologisches Spielverhalten ist demnach etwas weniger als ein Fünftel betroffen. Deutlichere Veränderungen zeigen sich hingegen bei den (ehemals) pathologisch Glücksspielenden. 54% verharren nach 3 Jahren zwar weiterhin in einem pathologischen Spielverhalten, 46% haben jedoch ihre Spielprobleme überwunden.
Beim Vergleich der beiden vormals pathologisch spielenden Gruppen (PAPA vs. PARE) zeigt sich ein statistisch bedeutsamer Unterschied: Personen, die von einer mindestens ausreichenden sozialen Unterstützung berichten, haben eine 2,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit im Dreijahresverlauf zu remittieren als diejenigen, die bei der Gestaltung ihres Alltags auf sich allein gestellt sind.

Die REPA berichten signifikant häufiger von Geldproblemen als die RERE (77% zu 32%). Beim Vergleich der Subgruppen PAPA und PARE ist es ebenfalls so, dass in der erstgenannten Gruppe ein viel größerer Anteil von finanziellen Schwierigkeiten betroffen ist als in der zweiten Gruppe (81% vs. 35%).

Bezogen auf die Lebenszeit zeigen sich hinsichtlich der Prävalenz psychischer Symptome zwischen RERE und REPA sowie PAPA und PARE keine statistisch bedeutsamen Unterschiede. Hingegen haben Personen, die von aktuellen psychischen Problemen betroffen sind, ein drei- bis vierfach höheres Risiko, zur Gruppe der REPA zu gehören (gegenüber RERE). Ein ähnliches Ergebnis findet sich beim Vergleich von PAPA und PARE.
Bei den dysfunktionalen Bewältigungsmustern weisen die PARE-Befragten einen signifikant geringeren Durchschnittswert auf als PAPA.

Schlussfolgerungen

Aus den Befragungsergebnissen wird deutlich, dass eine gute soziale Unterstützung hilfreich für Remissionsprozesse ist. Dieses kann als Hinweis verstanden werden, die Angehörigenarbeit weiter zu optimieren.
Ein pathologisches Spielverhalten führt in der Regel zu substanziellen finanziellen Problemen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass diese Belastungen einen Rückfall in die Spielsucht begünstigen. Hier wird also die Frage nach einer frühzeitigen und bedarfsgerechten Schuldenregulierung aufgeworfen und ob in diesem Sinne, das Hilfesystem (Verzahnung Sucht- und Schuldenhilfe) optimal aufgestellt ist.
Noch bedeutsamer für eine erfolgreiche Remission bzw. einen Rückfall sind offensichtlich psychische Komorbiditäten. Insbesondere Personen, die schon vor Beginn des problematischen Spielens von psychischen Belastungen betroffen waren, fällt es offensichtlich schwer, das Glücksspielen nachhaltig zu reduzieren oder zu beenden. Es sollten daher alle Personen, die aufgrund eines Spielproblems eine Hilfeeinrichtung aufsuchen, systematisch nach aktuellen und früheren psychischen Belastungen gefragt (untersucht) werden. Sind solche vorhanden, müssten parallel zur Behandlung der Glücksspielproblematik auch immer Maßnahmen erfolgen, welche auf eine Linderung der psychischen Symptomatik fokussieren.
Da ADHS nach den vorliegenden Ergebnissen einen bedeutsamen Risikofaktor für den Rückfall in die Spielsucht darstellt, sollten zukünftig das Screening und die Behandlung dieser Störungen Teil des Maßnahmenpaketes zur erfolgreichen Überwindung einer Spielsucht sein. Des Weiteren liefert die vorliegende Studie Hinweise darauf, dass Remissionsstatus und Problemlösungskompetenzen in enger Beziehung stehen. Es sollte geprüft werden, inwieweit Programme zur Vermittlung adaptiver Copingstrategien und zur Steigerung der Selbstwirksamkeit zukünftig im Rahmen der Behandlung einer Glücksspielsucht gezielter zum Einsatz kommen könnten.
Es konnten in der Studie keine empirischen Befunde dafür gefunden werden, dass bestimmte suchtspezifische Hilfen Remissionsprozesse fördern bzw. die Nicht-Inanspruchnahme zu Rückfallprozessen führt. Insgesamt wird jedoch die Relevanz des Hilfeangebotes für einen erheblichen Teil der (ehemaligen) PGS unterstrichen. Darüber hinaus zeigt die Analyse des Inanspruchnahmeverhaltens, dass pathologische Glücksspieler/innen auch auf Angebote außerhalb des eigentlichen Suchthilfesystems zurückgreifen (siehe hierzu auch Kalke & Buth, 2016). Das gilt insbesondere für die Schuldnerberatung, aber auch für Informationen aus dem Internet. Diese Angebote sollten ausgebaut und sinnvoll mit der Suchthilfe und -prävention vernetzt werden. Es ergeben sich (erneut) Befunde, die darauf verweisen, welche wichtige Bedeutung Vermeidungsstrategien für die Aufrechterhaltung der Remission haben. Entsprechende Verhaltenstipps sollten zukünftig verstärkt in Prävention und Hilfe eingesetzt werden.

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Glücksspielverhalten und Glücksspielprobleme in Österreich – Ergebnisse der Repräsentativerhebung 2015

Glücksspielverhalten und Glücksspielprobleme in Österreich – Ergebnisse der Repräsentativerhebung 2015

Projektteam: Dr. Jens Kalke, Sven Buth, Natasha Thon, Prof. Dr. Friedrich Martin Wurst

Laufzeit: 2015

Zielsetzung der Studie

  • Mit der Repräsentativerhebung 2015 sollten die Glücksspielteilnahme und das Ausmaß glücksspielbedingter Probleme in der österreichischen Bevölkerung (14-65 Jahre) fünfeinhalb Jahre nach Durchführung der ersten österreichischen Glücksspielstudie erhoben werden.
  • Die Befragung knüpft hinsichtlich des Forschungsdesigns und der Methodik an die Repräsentativerhebung 2009 an, so dass Trends beschrieben werden können.
  • Darüber hinaus wurden erstmalig Daten zum allgemeinen psychischen Befinden, zur Suizidalität und zum Alkoholkonsum erhoben. Auf dieser Grundlage können mögliche Hilfedarf für problematisch und pathologisch Glücksspielende abgeleitet werden.

Methodik

  • Mit der Durchführung der Repräsentativbefragung wurde – wie schon im Jahr 2009 – das Österreichische Gallup-Institut beauftragt.
  • Die Datenerhebung erfolgte ausschließlich in Form von computergestützten telefonischen Interviews (CATI). Aufgrund der vergleichsweise geringen Dichte an Festnetzanschlüssen in Österreich sind bei der Auswahl potentieller Teilnehmer/innen sowohl Festnetz- als auch Mobilfunkanschlüsse einbezogen worden.
  • Die Ziehung der Telefonnummern selbst erfolgte mittels einer Zufallsauswahl (quotiert nach Bundesland) auf Basis vorliegender öffentlicher Telefonverzeichnisse (Herold).
  • Insgesamt wurden 10.000 Personen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren befragt. Diese Stichprobe wurde nach den Variablen Bundesland, Alter, Geschlecht und Schulbildung gewichtet, um ein repräsentatives Abbild der Österreichischen Bevölkerung zu erhalten.
  • Unter anderem wurden bei der Befragung die folgenden Instrumente eingesetzt: Das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (DSM-IV) zur Erfassung von Spielproblemen, sowie als Screeninginstrumente der Alcohol Use Disorders Identification Test C (AUDIT-C) zur Erhebung des Alkoholkonsums und zum Screening der psychischen Gesundheit das Mental Health Inventory (MHI-5).
  • Ferner wurde die Akzeptanz von 13 verschiedenen (verhältnispräventiven) Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes abgefragt.

Glücksspielverhalten

  • Aktuell haben 41% der Bevölkerung (14 bis 65 Jahre) in den letzten 12 Monaten irgendein Glücksspiel um Geld gespielt. Bezogen auf die letzten 30-Tage ergibt sich eine Teilnahmequote von 27%. Damit hat sich – gemessen an diesen beiden Parametern – insgesamt das Glücksspielverhalten der Bevölkerung seit dem Jahr 2009 nicht stark verändert.
  • Das klassische Lotto „6 aus 45“ ist nach wie vor das beliebteste Glücksspiel in Österreich ist. Jede/r dritte Österreich/in hat dieses Spiel im Jahr 2015 mindestens einmal in den letzten 12 Monaten gespielt (33%). Der prozentuale Anteil für die 30-Tages-Prävalenz beträgt 20%. Seit 2009 sind diese Werte nahezu konstant (Veränderung jeweils um ca. ± 1 Prozentpunkt).
  • Dagegen ist für diesen Zeitraum eine deutliche Zunahme bei der europäischen Lotterie, den Euromillionen, zu konstatieren: Der Prozentwert für eine Teilnahme in den letzten 12 Monaten hat sich von 9% auf 13% erhöht.
  • Sportwetten (inkl. Pferde-/Hunderennwetten) und klassische Kasinospiele werden aktuell von jeweils 4% gespielt (12 Monats-Prävalenz).
  • Glücksspielautomaten in Kasinos und in Spielhallen werden von noch weniger Personen gespielt. Die aktuellen Werte für die 12-Monats-Prävalenz lauten 0,5% bzw. 1%.

Glücksspielprobleme

  • Insgesamt liegt bei 1,1% aller Österreicher/innen (14 bis 65 Jahre) ein problematisches oder pathologisches Spielerverhalten (nach DSM-IV) vor. Dies sind etwa 64.000 Personen. Dieser Wert ist im Vergleich zu 2009 konstant.
  • Dabei weisen Männer zu höheren Anteilen ein problematisches und pathologisches Spielverhalten auf als die Frauen (1,6% zu 0,5%).
  • Auch innerhalb der verschiedenen Altersgruppen stellt sich das Ausmaß vorhandener Spielprobleme sehr unterschiedlich dar. Die 14- bis 30-Jährigen zeigen sich diesbezüglich am stärksten betroffen (1,8%).
  • Automatenspieler/innen in Spielhallen, Kneipen, etc. weisen mit 21,2% die höchste Prävalenz pathologischen Spielens auf. Bei den Sportwettern/innen ist dies nahezu jeder Zehnte.
  • Werden die Kriterien des DSM-5 für die Bestimmung des Ausmaßes der Spielprobleme herangezogen, so liegt die Prävalenz pathologischen Spielens bei 0,8%. Dieser Anteilswert verteilt sich zu jeweils gleichen Teilen auf die drei Schweregradgruppen (leicht, mittel, schwer jeweils 0,27%).
  • Bei spielsüchtigen Eltern aufgewachsen sind 2,4% der Österreicher/innen. In der Gruppe der aktuell pathologischen Spieler/innen ist es mehr als jeder Vierte (26,9%).

Zustimmung zu Spielerschutzmaßnahmen

  • Neun von zehn der Befragten sind der Meinung, dass Glücksspiele um Geld erst ab 18 Jahren erlaubt sein sollten (89%).
  • An zweiter Stelle folgt die Einführung einer spielartübergreifenden Sperre: 83% der Bevölkerung sprechen sich für dieses Instrument aus.
  • Auch die Reduzierung der Werbung für Glücksspielangebote wird von über 70% befürwortet.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Österreicher/innen (56%) sind für ein Verbot von Glücks-/Geldspielautomaten.
  • Viele weitere Maßnahmen – wie beispielsweise die namentliche Registrierung von Spielern/innen in Kasinos und Spielhallen, Beschränkungen von Zugangszeiten oder ein Spielverbot im Internet – kommen auf Zustimmungswerte zwischen 53% und 63%.
  • Die Zustimmung der Bevölkerung zu einem Großteil dieser Maßnahmen hat seit 2009 sogar weiter zugenommen.
  • Auf die geringste Resonanz stoßen das staatliche Glücksspielmonopol und ein Alkoholverbot in Spielstätten, auch wenn die Zustimmungsraten hier noch bei deutlich über 40% liegen.

Alkoholkonsum

  • 23% der Befragten geben im AUDIT-C an, in den letzten 12 Monaten keinen Alkohol konsumiert zu haben. Einen Wert, der auf ein problematisches Alkoholkonsumverhalten verweist (Cut-off von = 5), erreichen 14% der befragten Personen. Davon sind 81% männlich.
  • In der leichten, mittleren respektive schweren Schweregradgruppe für pathologisches Glücksspiel nach DSM-5 liegen 66%, 78% respektive 46% oberhalb des Cut-offs im AUDIT-C. 26% der pathologischen Spieler/innen mit schwerem Schweregrad nach DSM-5 geben an, in den letzten 12 Monaten abstinent gewesen zu sein.

Suizidalität

  • 9% aller befragten Personen gaben an, sich im Laufe ihres Lebens schon einmal so niedergeschlagen gefühlt zu haben, dass sie daran gedacht hätten, sich das Leben zu nehmen. Von diesen Personen mit Suizidgedanken berichteten 31% Suizidpläne; 10% gaben an, konkret versucht zu haben, sich das Leben zu nehmen.
  • Mit zunehmendem Schweregrad der Spielproblematik (nach DSM-5) nimmt der Prozentanteil der Personen mit Suizidgedanken von 4% über 16% auf 32% zu.

Psychische Gesundheit

  • Bei 25% der österreichischen Bevölkerung finden sich mit dem Screeninginstrument MHI-5 Hinweise auf eine Angst- oder affektive Störung. Bei den Schweregradgruppen der pathologischen Glücksspieler/innen liegt der Prozentsatz zwischen 59% und knapp 90%.

Literatur

  • Buth S, Wurst FM, Thon N, Lahusen H, Kalke J. Comparative Analysis of Potential Risk Factors for at-Risk Gambling, Problem Gambling and Gambling Disorder among Current Gamblers – Results of the Austrian Representative Survey 2015. Frontiers in Psychology 2017; doi: 10.3389/fpsyg.2017.02188

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Projekt: Suchthilfe-Landesauswertung in Hessen

Projekt: Suchthilfe-Landesauswertung in Hessen

Projektteam des ISD: Dr. Jens Kalke, Eike Neumann-Runde

Laufzeit: 2004 bis 2021

Das Herzstück dieses Projektes ist die Erstellung der Suchthilfe-Auswertungen des Landes Hessen. Dies geschieht auf der Grundlage des Hessischen Kerndatensatzes, der neben biografischen Daten der Klienten/innen auch Angaben zur Betreuung enthält.

Daneben werden folgende Leistungen erbracht:

  • Betrieb einer telefonischen Hotline zur inhaltlichen Beratung der Anwender/innen,
  • Fortschreibung des Dokumentationsmanuals, Durchführung vertiefender Spezialanalysen,
  • Anfertigung eines „Dokumentationsprotokolls“ über die Qualität der Dokumentation,
  • Weiterentwicklung der inhaltlichen
    Erfassungskataloge in den Bereichen Biografie, Leistungen und Betreuung,
  • Befragung der Mitarbeiter/innen zu ihren Erfahrungen mit der EDV-gestützten Dokumentation,
  • praxisnahe Projektbetreuung.

Es erscheinen jedes Jahr ein Grunddaten-Bericht und eine Spezialanalyse (Die Berichte können auf der Seite www.hls-online.org heruntergeladen werden).

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Centre for Drug Research (CDR, Frankfurt a.M.) durchgeführt.

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Aufbau und Fortführung einer zentralen Datensammelstelle für die einrichtungs- und klientenbezogenen Daten der landesgeförderten Einrichtungen der Sucht und Drogenhilfe im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und der Landesstelle Sucht NRW

Aufbau und Fortführung einer zentralen Datensammelstelle für die einrichtungs- und klientenbezogenen Daten der landesgeförderten Einrichtungen der Sucht und Drogenhilfe im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und der Landesstelle Sucht NRW

Laufzeit: 08.2003 bis 31.12.2020

Projektteam: Dipl.-Psych. Marcus-Sebastian Martens, Dipl.-Psych. Eike Neumann-Runde

Das ISD übernimmt den Aufbau, die Pflege und Fortführung einer zentralen Datenbank auf der Grundlage des Deutschen Kerndatensatzes für die ambulante Suchthilfe in Nordrhein-Westfalen.

Die Datenbank enthält die einrichtungs- und klientenbezogenen Datensätze aller landesgeförderten nordrhein-westfälischen Sucht- und Drogenhilfeeinrichtungen.. Die Datenbank ist so konzipiert, dass die Datensätze aus verschiedenen Dokumentationssystemen (von HORIZONT, über EBIS bis zur Excel-Tabelle) durch spezifizierte Schnittstellen integriert werden können. In die Datenbank werden nur bereinigte und aufbereitete Datensätze aufgenommen.
Eine derart strukturierte Datenbank ist sowohl für stichtags- und zeitraumbezogene Analysen als auch für retrospektive Auswertungen ergiebig. Ebenso können auf dieser Basis spezielle Auswertungen wie beispielsweise Netzwerk- oder Verlaufsanalysen bzw. vertiefende Analysen zu bestimmten Aspekten, auch in Form von Zeitreihenanalysen, erarbeitet werden.

Auf Grundlage dieser Datenbank wird das ISD Auswertungsroutinen entwickeln und programmieren, mit denen die Kennzahlen für das Förderprogramm-Controlling des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen als auch Daten für die geplante Suchthilfestatistik routinemäßig errechnet und abgerufen werden können. Darüber hinaus übergibt das ISD Datensätze an die Deutsche Suchthilfestatistik.

Den beteiligten Einrichtungen werden einrichtungsbezogene Auswertungen zur Verfügung gestellt, die als standardisierte Leistungsnachweise gegenüber den Zuwendungsgebern eingesetzt werden. Workshops mit den beteiligten Einrichtungen, sowie die Bereitstellung von Dokumentationsprotokollen sollen die Dokumentationsgüte verbessern.

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Basisdokumentation und Monitoring in der ambulanten Suchtkrankenhilfe in Schleswig-Holstein

Basisdokumentation und Monitoring in der ambulanten Suchtkrankenhilfe in Schleswig-Holstein

Projektteam des ISD: Sven Buth, Christian Schütze, Dr. Jens Kalke

Laufzeit: Juli 2000 bis Dezember 2011, Januar 2014 bis Dezember 2019

Die elektronische Dokumentation der Arbeit der ambulanten Suchtkrankenhilfe hat in Schleswig-Holstein eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1998 starteten erste Einrichtungen im Rahmen eines Modellversuches mit dem computergestützten Erfassen von Klienten/innen-, Betreuungs- und Leistungsdaten. Im Laufe der nachfolgenden Jahre beteiligten sich schließlich alle landesgeförderten Einrichtungen daran. Von Beginn an ist dieser Prozess durch das ISD wissenschaftlich begleitet und die erhobenen Daten sind nach wissenschaftlichen Maßstäben ausgewertet worden.

Die Tätigkeiten des ISD im Rahmen dieses Projektes umfassen:

  • Prüfung der eingegangenen Datenbanken, Bereitstellung einer telefonischen Beratung („Hotline“),
  • Aufbereitung der Daten für die Übergabe in aggregierter Form an die bundesweite Suchthilfestatistik,
  • Erstellung von einrichtungsbezogenen Tabellenbänden,
  • Erstellung von kreisbezogenen Auswertungen,
  • landesweite Auswertung der erhobenen Daten und Darstellung der Ergebnisse,
  • Erstellung eines Jahres- bzw. Trendberichtes und
  • aktive Mitarbeit innerhalb der AG „Doku Sucht“

Ferner erfolgt eine wissenschaftliche Beratung bei der Weiterentwicklung der Erfassungskategorien und Module des Dokumentationssystems. Darüber hinaus wurden Workshops über Standards und Strategien der Dokumentation durchgeführt, um die Einheitlichkeit der Dokumentation zu sichern.

Die Jahresberichte der zurückliegenden Jahre sind zugänglich unter:
http://lssh.de/trendberichte-jahresbericht-zur-amb-suchtkrankenhilfe/

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Glücksspielprobleme bei türkeistämmigen Migranten

Glücksspielprobleme bei türkeistämmigen Migranten

Projektteam: Sascha Milin, Sven Buth, Derya Karakus, Jens Kalke

Laufzeit: 01.02.2016 bis 30.04.2017

Hintergrund und Ziele der Studie

In Deutschland leben ca. drei Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Aus Repräsentativbefragungen ist bekannt, dass diese Bevölkerungsgruppe eine besondere Affinität zum Glücksspiel hat und insbesondere solche Spielformen favorisiert, die ein erhöhtes Abhängigkeitsrisiko beinhalten (Sportwetten, Kasinospiele, Automatenspiele). So kommt eine Auswertung aus dem Jahr 2011 auf einen Anteil von 16,4% Sportwettenden und 12,2% Automatenspielenden (12-Monatsprävalenz) unter den türkeistämmigen Migranten/innen, gegenüber Anteilen von 4,2% und 4,1% unter der deutschstämmigen Bevölkerung (Kastirke et al., 2016). Entsprechend findet sich ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Spielenden mit einem pathologischen Spielverhalten unter den Türkeistämmigen (Kreuzer et al., 2011). Dieser wird in der schon genannten Studie mit 4,0% angegeben (Deutsch: 0,7%; Kastirke et al., 2016). Gleichzeitig verweisen die Ergebnisse empirischer Studien darauf, dass die Raten der Inanspruchnahme von Hilfeangeboten sowie die Erfolgsquoten begonnener therapeutischer Maßnahmen reduziert sind (Bischof et al., 2015). Welche Faktoren hierfür verantwortlich sind, ist bisher nur unzureichend untersucht worden. Befunde aus der Praxis, u.a. Tuncay (2012) legen nahe, dass neben soziokulturellen Charakteristika (etwa in den Domänen Gender, Sprache, Familie und Religion) insbesondere abweichende, kulturell geprägte Krankheitskonzepte diesbezüglich eine bedeutsame Rolle spielen (Franz et al., 2007).
Mit der vorliegenden Studie soll ein Beitrag dafür geleistet werden, diese Forschungslücken zu schließen. Im Einzelnen werden die Ursachen des vermehrten Auftretens von Glücksspielproblemen bei türkeistämmigen Migranten/innen untersucht, Barrieren der Inanspruchnahme von Hilfen identifiziert und Unterstützungsbedarfe aufgezeigt. Daraus werden empirisch fundierte Empfehlungen für die Praxis abgeleitet, wie türkische Migranten/innen mit Glücksspielproblemen zukünftig besser erreicht und bedarfsgerecht unterstützt werden können.

Methodik

Das Gesamtprojekt gliedert sich in mehrere Teilprojekte (TP) auf: TP 1 beinhaltete leitfadengestützte Interviews von neun Experten/innen, in TP 2 wurde eine qualitative Befragung (leitfadengestützt) von acht türkeistämmigen Personen mit früheren oder aktuellen glücksspielbedingten Problemen durchgeführt und TP3 umfasste eine quantitative Befragung von 81 jemals im Leben pathologisch spielenden türkeistämmigen Personen (PGS) und 80 türkeistämmigen Befragten ohne Spielprobleme (BOS), deren Befunde im Zuge der Auswertung einander gegenübergestellt wurden. Abschließend fand ein Expertenworkshop statt, in welchem die Ergebnisse der drei TPs diskutiert und Empfehlungen für Prävention und Hilfe formuliert worden sind.
Die Auswertung der aufgezeichneten und wörtlich transkribierten Interviews (TP 1 & 2) erfolgten als qualitative Inhaltsanalyse mit induktiver Kategorienbildung nach einer etablierten und regelgeleiteten Methodik (Mayring, 2010).
Die Befragten von Teilprojekt 3 sind mittels verschiedener Zugänge rekrutiert worden. So wurden Klienten der interviewten Experten/innen, Personen aus dem erweiterten Bekanntenkreis der interviewten Experten/innen und Spieler, Personen aus dem erweiterten Bekanntenkreis der studentischen Hilfskräfte und Teilnehmer einer Männergruppe in Berlin befragt. Des Weiteren erfolgte eine Ansprache von Personen in türkischen Imbissen in Hamburg.
Die Auswahl der Befragten in Teilprojekt 3 ohne Glücksspielprobleme wurde in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der von einem pathologischen Spielverhalten betroffenen Befragten hinsichtlich Alter und Schulbildung vorgenommen.

Ergebnisse

Einflussfaktoren für die Entwicklung von glücksspielbezogenen Problemen in der türkeistämmigen Bevölkerung

Es liegen bei den PGS sehr häufig gravierende migrationsspezifische Risikofaktoren (insb. defizitäre soziale Teilhabe, niedriger sozialer Status, schlechte Sprachkenntnisse) sowie kulturspezifische soziale Problemkonstellationen (insb. Normenkonflikte innerhalb der Familie) vor.
Es zeigt sich eine hohe Bedeutung von sozialen Motiven des Spielens (z.B. Freunde treffen) sowie des maladaptiven Copings (Glücksspiel als Ablenkung bzw. Unterdrückung von negativen Gefühlen und Flucht vor Alltagsproblemen).
Türkeistämmige bevorzugen Glücksspiele mit einem höheren Gefährdungspotential, insbesondere Automatenspiele und terrestrische Sportwettangebote. Gleichzeitig glaubt bis zu einem Drittel der PGS, dass sowohl die Automatenspiele wie auch die Sportwetten nicht zu einer Abhängigkeit führen können. Die Gewinnmöglichkeiten dieser Spielformen werden überschätzt.
Fast ein Fünftel der Gruppe der PGS benennt als Zuwanderungsgrund die Eheschließung mit einer in Deutschland lebenden Partnerin. Viele dieser Personen verfügen über keine Berufsausbildung und fast die Hälfte von ihnen ist nur in Teilzeit oder gar nicht beruflich tätig.
Nur etwas mehr als die Hälfte der PGS bewertet die eigenen Deutschkenntnisse in Bezug auf das Verstehen und das Lesen als gut. Hinsichtlich des Schreibens beträgt der entsprechende Anteil nochmals geringere 46%. In der Vergleichsgruppe der BOS liegen die entsprechenden Anteilswerte jeweils etwa 20 Prozentpunkte darüber.
Die Hälfte der PGS gibt an, drei oder weniger türkische Freunde zu haben, während in der Gruppe der BOS der entsprechende Wert bei fünf Freunden liegt. Enge Freundschaften (Kankas / Blutsbrüder) finden sich bei den PGS kaum. In Bezug auf deutsche Freunde (womöglich aus Scham wg. schlechter Deutschkenntnisse) zeigen sich ähnliche Unterschiede zwischen PGS und BOS.

Zugangsbarrieren und Chancen für das Hilfesystem

Die Hinwendung zur Hilfe erscheint erst sehr spät zu erfolgen, etwa wenn die Existenz der Familie auf dem Spiel steht oder gravierende Ereignisse wie Suizidversuche aufgetreten sind.
Fast zwei Drittel geben an, dass ein Grund für die verzögerte bzw. nicht vollzogene Inanspruchnahme von Hilfe in der eigenen Selbstüberschätzung bzw. der Verleugnung der Spielproblematik bestand.
Ein erheblicher Anteil der Betroffenen äußert die Befürchtung, durch die Hinwendung zu Hilfemaßnahmen eine Stigmatisierung zu erfahren. Hinzu kommen Wissens- und Kommunikationsdefizite.
Es bestehen erhebliche Informationsdefizite hinsichtlich der Gewinnwahrscheinlichkeit der Spielformen, der Bewertung einer Sucht als psychische Erkrankung, des Suchtpotenzials der Spielangebote sowie Form und Inhalt bestehender Hilfeangebote.
Es bestehen bei vielen Befragten Ängste dahingehend, dass die Inanspruchnahme von Hilfe zu negativen Konsequenzen führen könnte, da angenommen wird, dass Inhalte von Beratungs- oder Therapiegesprächen an Behörden, Arbeitgeber oder die Polizei weitergegeben werden.
Glücksspielprobleme werden mehrheitlich als Ausdruck einer Charakterschwäche angesehen und Hilfeangeboten wird eine nur geringe Bedeutung zuerkannt.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Praxis

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Kenntnisse der deutschen Sprache häufig nicht in ausreichendem Maß vorhanden sind und dies wahrscheinlich vermittelt über Schamgefühle und eine (auch) hierauf zurückzuführende soziale Isolation zu einem Entstehen von glücksspielbedingten Problemen beiträgt. Ein quantitativer wie qualitativer Ausbau von Angeboten zur Sprachförderung erscheint somit dringend geboten.
Es sind vorrangig die Automatenspiele und die terrestrischen Sportwettangebote, die von vielen Betroffenen für die Entstehung der eigenen Spielprobleme von hoher Relevanz waren. Zukünftige Präventionsmaßnahmen sollten somit vorrangig in den Spielhallen und den Sportwettbüros ansetzen.
Es sind Maßnahmen notwendig, die in der türkeistämmigen Bevölkerung dazu beitragen, die Angebote professioneller Hilfe zu entstigmatisieren. Türkischsprechende Berater und Therapeuten dürften erheblich dazu beitragen, dass der Zugang erleichtert und Vorbehalte der betroffenen Spieler wie Angehörigen abgebaut werden. Hierfür bedarf es einer besonderen Förderung der Ausbildung von türkeistämmigen Fachkräften.
Insgesamt zeigt sich eine große Aufgeschlossenheit gegenüber Prävention und Spielerschutz. Dies betrifft auch solche Orte, Personen bzw. Institutionen, die eng mit der Herkunftskultur verknüpft sind, so z.B. die religiösen Einrichtungen, die Kulturvereine, die türkischen Restaurants und Zeitungen. Aufgrund der erheblichen Wissensdefizite und Fehlannahmen dieser Klientel ist die (Weiter-)Entwicklung und Etablierung von zielgruppenspezifischen präventiven Maßnahmen dringend erforderlich.

Der vorliegende Bericht stellt die Ergebnisse der Befragungen dar und kann hier heruntergeladen werden.

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Projekt: Expertise zur wissenschaftlichen Evidenz der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen im Glücksspieländerungsstaatsvertrag (2012): Ein systematischer Review

Projekt: Expertise zur wissenschaftlichen Evidenz der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen im Glücksspieländerungsstaatsvertrag (2012): Ein systematischer Review

in Kooperation mit:
Universität Bremen, Institut für Psychologie und Kognitionsforschung (IPK)

Projektteam: Dr. Jens Kalke (ISD), Dr. Tobias Hayer (IPK)

Laufzeit: 01.12.2016 bis 31.05.2018

Gefördert von den Bundesländern: Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein

Es wird der internationale und nationale wissenschaftliche Erkenntnisstand zu den gesetzlich verankerten Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes im Glücksspielstaatsvertrag in Form eines systematischen Reviews zusammengestellt. Ferner stehen Interventionen im Fokus, die zwar im (inter-)nationalen Kontext Wirksamkeitsnachweise erbracht haben, bislang jedoch noch nicht in die deutsche Gesetzgebung eingeflossen sind.
Aus dem internationalen wie nationalen Kontext finden ausschließlich quantitative Primärstudien Berücksichtigung, die folgende Merkmale aufweisen: mindestens Evidenzgrad III in Anlehnung an die Einteilung von Shekelle et al. (1999), d. h. die Evidenz basiert wenigstens auf nicht-experimentellen, deskriptiven Primärstudien, Verwendung standardisierter Messinstrumente und Veröffentlichung der Befunde in einer peer-reviewten Fachzeitschrift. Dabei werden empirische Befunde zur Wirksamkeit von verhaltens- bzw. verhältnispräventiven Maßnahmen berichtet. Als Outcome-Variablen gelten: Nutzungsraten (Reichweite), die Akzeptanz sowie Wissens-, Einstellungs- und Verhaltensänderungen. Weitere Einschlusskriterien umfassen das Publikationsjahr (Zeitraum der letzten 15 Jahre bis Ende 2016) und die Publikationssprache (englisch- oder deutschsprachig).
Aus dieser systematischen Übersichtsarbeit lassen sich zusammengenommen evidenzgestützte Handlungsempfehlungen für die gesetzliche Fortschreibung der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen ableiten und Handlungsbedarfe für die Politik und Praxis beschreiben.

Der Endbericht ist abrufbar unter:
http://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/gutachten-ueber-spieler-und-jugendschutzmassnahmen-nach-dem-glueckspielaenderungsstaatsvertrag-?forceWeb=true

Die Expertise ist auch als Buch in Kurzform erschienen:
Kalke, J. & Hayer, T. 2019. Expertise zur wissenschaftlichen Evidenz von Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes: Ein systematischer Review. Frankfurt/M.: Peter Lang.

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Erhebung und Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen in Nordrhein-Westfalen

Erhebung und Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen in Nordrhein-Westfalen

Projektteam: Christian Schütze, Eike Neumann-Runde, Dr. Peter Degkwitz, Dr. Uwe Verthein, Dr. Jens Kalke, Henriette Reichwald, Marcus-Sebastian Martens

Laufzeit: 01.2018 bis 12.2018

Gegenstand des Projektes ist die Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen in Nordrhein-Westfalen. Ziele sind: Die Zurverfügungstellung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Bereichen Epidemiologie, Suchtmedizin, Versorgung sowie rechtlicher Strukturen, die differenzierte Beschreibung und Analyse der etablierten, ambulanten Versorgungslandschaft für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und der erreichten Klientel, die Formulierung von Empfehlungen zur Weiterentwicklung der ambulanten Suchthilfe in NRW.

Zur Erreichung der Ziele werden erarbeitet:

  • eine Literaturanalyse, die zentrale suchtmedizinische und -epidemiologische Entwicklungen des Zeitraums 2007-2017 beschreibt, ebenso Veränderungen der rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen des ambulanten Hilfesystems. Sie dient zur Darstellung evidenzbasierter Erkenntnisse: Herangezogen wird grundsätzlich deutschsprachige wissenschaftliche Literatur mit nationalem bzw. nordrhein-westfälischem Fokus;
  • eine dichte und überblicksartige Beschreibung des ambulanten Suchthilfe-Gesamtsystems in NRW, die die Einrichtungen, ihre Angebote und die Klientel bzw. die durchgeführten Betreuungen zum Inhalt hat. Sie wird gewonnen aus einer für diese Strukturanalyse durchgeführten Einrichtungsbefragung, der Analyse bereits vorliegender elektronisch dokumentierter Klienten/innen- und Einrichtungsdaten (Deutscher Kerndatensatz Klienten/innen und Einrichtungen: KDS-K und KDS-E), Daten des Substitutionsregisters und kassenärztlichen Daten zur psychotherapeutischen Versorgung Suchtkranker;
  • eine Verlaufsanalyse, die wesentliche Versorgungsentwicklungen in der ambulanten Suchthilfe Nordrhein-Westfalens der Jahre 2008 bis 2016 nachzeichnet. Herangezogen werden hierfür die KDS-K- (2008-2016) und -E-Daten (2008+2016);
  • eine Bevölkerungsanalyse, die die kommunale Versorgung der Klienten/innen des ambulanten Suchthilfesystems in den 53 Landkreisen und kreisfreien Städten mit Hilfe von Bevölkerungs- und sozialstrukturellen Indikatoren betrachtet – unter Auswertung der bereits für den Gesamtüberblick NRW verwendeten Daten (Einrichtungen, Klientel, Betreuungen), hier zusammengefasst für die jeweilige Kommune;
  • eine integrierte Analyse, die die wesentlichen empirischen Erkenntnisse untereinander und mit denen der Literaturanalyse in Beziehung setzt.

Der Abschlussbericht ist veröffentlicht und im Internet einzusehen:
www.mags.nrw/broschuerenservice

Gefördert von der Landesregierung Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales

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Evaluation der Hilfeangebote für Menschen mit Glücksspielproblemen in Schleswig-Holstein

Evaluation der Hilfeangebote für Menschen mit Glücksspielproblemen in Schleswig-Holstein

Projektteam: Christian Schütze, Veronika Möller, Simone Mollenhauer, Dr. Sven Buth, Dr. Jens Kalke

Laufzeit: 01.2019 bis 12.2021

Die hier durchgeführte Evaluation der Hilfen für Personen mit Glücksspielproblemen in Schleswig-Holstein hat das Ziel, die verschiedenen Bereiche der ambulanten Versorgung dieser Personengruppe umfassend und detailliert zu beschreiben, um somit einen Überblick über die relevanten Hilfeleistungen geben zu können. Es sollen sowohl Probleme und Defizite als auch Strukturen, die hinsichtlich Prävention und Hilfe gut funktionieren, identifiziert und analysiert werden (Projektzeitraum: 2019-2020). Neben empirischen Modulen (Befragung von: Fach- und Beratungsstellen, versorgter Klienten/innen und Angehöriger, Personal von Glücksspielanbietern, Glücksspieler/innen, Institutionen mit hohem Glücksspieler/innenaufkommen) sind auch analytische vorgesehen (Literaturanalyse, Auswertung elektronisch dokumentierter, anonymer Klienten/innen-Basisdaten, integrierte Analyse).

Ausgehend von den ermittelten Ergebnissen werden Empfehlungen für eine weitere Verbesserung der Versorgung von Personen mit Glücksspielproblemen in Schleswig-Holstein vorgelegt. Die Durchführung einiger kleiner Modellprojekte zu zielgruppenspezifischen Maßnahmen schließt das Gesamtprojekt ab (Zeitraum: 2021). Auf diese Weise sollen Kenntnisse über die Gefahren des Glücksspielens, die Beratung und Behandlung von Menschen mit Glücksspielproblemen sowie die Vernetzung der im Glücksspielbereich tätigen Institutionen weiter verbessert werden.

Gefördert von der Landesregierung Schleswig-Holstein, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

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Weiterentwicklung von evidenzbasierten Handlungsempfehlungen für Eltern im Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder

Weiterentwicklung von evidenzbasierten Handlungsempfehlungen für Eltern im Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder

Projektteam: Dr. Jens Kalke, Dr. Philipp Hiller, Hermann Schlömer, Simone Mollenhauer

in Kooperation mit: Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord, Kiel), Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ, Hamburg)

Förderer:  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Laufzeit: 01.09.2018 bis 30.11.2020

In einem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Forschungsprojekt wurden 2011/2012 Handlungsempfehlungen für Eltern zum Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder (14 bis 17 Jahre) entwickelt und im Rahmen einer Interventionsstudie im schulischen Setting evaluiert. Dabei wurden relevante Konsumsettings wie das so genannte Vorglühen zuhause und Trinken im öffentlichen Raum nicht berücksichtigt, weil ihnen damals keine hohe Relevanz beigemessen wurde bzw. diese noch nicht erkannt worden war. Auch elterliche Regeln für den Umgang mit alkoholbedingten Unfällen (Intoxikation, etc.) ihrer Kinder wurden damals außer Acht gelassen. Ferner sollen auch mögliche verhältnispräventive Ansätze (z. B. Verschließen von alkoholischen Getränken zuhause) mit einbezogen werden.

In dem von der BZgA geförderten Forschungsprojekt sollten diese Lücken gefüllt und die Handlungsempfehlungen für Eltern evidenzbasiert ergänzt und aktualisiert werden.

Das Forschungsprojekt bestand aus fünf empirischen Modulen:

  • Fokus-Gruppengespräche mit Eltern und Jugendlichen,
  • Befragung von Expert*innen,
  • Quantitative Elternbefragung,
  • Tiefeninterviews HaLT-Gespräche (Eltern, Jugendliche), Datenauswertung Trinkumstände,
  • Erprobung der weiterentwickelten Elternintervention (mit schriftlichem Kurz-Feedback der Eltern).

Den Bericht können Sie hier herunterladen.

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