Wissenschaftliche Begleitevaluation und digitales Erhebungsinstrumentarium für das Hamburger Drug-Checking

Hintergrund und Zielsetzung

Mit der Einführung der Hamburgischen Drug-Checking-Verordnung (HmbDrCheckVO) wurde der rechtliche Rahmen geschaffen, um Konsumierenden von Betäubungsmitteln eine fundierte Risikobewertung, gesundheitliche Aufklärung sowie Substanzanalysen anzubieten.

Das ISD Hamburg übernimmt im Rahmen dieses Modellvorhabens die methodische Konzeption, Entwicklung und wissenschaftliche Betreuung eines zentralen digitalen Erhebungsinstrumentariums sowie die Begleitevaluation. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Schnittstellen zwischen Vor-Ort-Beratung in den Einrichtungen, toxikologischer Laboranalytik und öffentlicher Risikokommunikation wissenschaftlich abzubilden und auszuwerten.

Forschungsschwerpunkte

  • Methodische Validität durch geschlossene Datenketten: Aufbau einer einrichtungsübergreifenden Erfassungslogik und automatisierter Labor-Schnittstellen (APIs), um fehlerfreie, belastbare Primärdatensätze unter vollständiger Wahrung der Anonymität mittels systemgenerierter Zuordnungscodes zu generieren.
  • Vergleichende Versorgungsforschung: Wissenschaftliche Analyse der erreichten Zielgruppen und deren Konsummuster unter Berücksichtigung unterschiedlicher Zugangswege (stationäre Angebote vs. niedrigschwellige Drogenkonsumräume).
  • Epidemiologisches Monitoring: Frühzeitige Identifikation von toxikologischen Trends, Verunreinigungen und dem Auftreten Neuer Psychoaktiver Substanzen (NPS) auf dem Hamburger Schwarzmarkt.
  • Digitale Präventions- und Reichweitenforschung: Wissenschaftliche Evaluation des öffentlichen Warnportals (u. a. über datenschutzkonforme Reichweiten- und Nutzungsanalysen), um die Wirksamkeit digitaler Schadensminderungs- und Risikokommunikation (Harm Reduction) zu untersuchen.

Methodik und Umsetzung

Das Vorhaben umfasst die Bereitstellung einer sicheren, relationalen Forschungsdatenbank (Data Warehouse als „Single Point of Truth“), modularer Eingabemasken für Beratungs- und Substanzdaten (inkl. Bild- und Galenikdokumentation) sowie die technische Basis für automatisierte Berichtspflichten und behördliche Warnmeldungen. Das ISD fungiert hierbei als wissenschaftliche Instanz für Datenarchitektur, Qualitätssicherung und Auswertung.