Mythen und Risiken bezüglich Alkohols
Ausgangslage: Alkoholkonsum ist in Deutschland gesellschaftlich weit verbreitet und weist im internationalen Vergleich ein hohes Niveau auf. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zeigen frühe Konsumerfahrungen und häufig riskante Trinkmuster wie Rauschtrinken. Gleichzeitig zeigen Studien, dass alkoholbedingte Gefahren oftmals unterschätzt werden. Einer adäquaten Risikowahrnehmung und erforderlichen alkoholbezogenen Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft stehen gängige Falschauffassungen (Mythen) über Wirkungen und Risiken von Alkohol gegenüber. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zu Alkoholrisiken erreichen viele Bevölkerungsgruppen offensichtlich nur unzureichend. Bislang existieren kaum systematische Daten darüber, welche falschen oder verzerrten Auffassungen tatsächlich verbreitet sind und wie sie sich zwischen verschiedenen Zielgruppen unterscheiden.
Ziel des Projektes ist es, (Falsch-)Auffassungen sowie (Falsch-)Wissen über Wirkungen und Risiken des Alkoholkonsums zu identifizieren, wissenschaftlich einzuordnen und deren Verbreitung in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu analysieren.
Forschungsfragen
- Welche (Falsch-)Auffassungen und welches Wissen über Wirkungen, Risiken und Folgen des Alkoholkonsums sind in der Bevölkerung und in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vorhanden?
- Welche Zielgruppen und Zugangswege sind für eine wirksame Prävention alkoholbezogener Falschauffassungen besonders relevant?
Im Einzelnen werden vom ISD in diesem Projekt unter anderem folgende Arbeiten durchgeführt:
- Explorative Erfassung der in der Bevölkerung vorhandenen, auch bislang wenig sichtbaren Auf-fassungen zu den Wirkungen und Risiken des Alkoholkonsums.
- (Quotierte) Bevölkerungsbefragung (Erwachsenen und Minderjährige) via Online-Access-Panel
- Online-Medien-Analyse (Online-Zeitungen, Social-Media-Plattformen, Foren, Blogs)
- Klassifikation der identifizierten Auffassungen ggü. der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz
- Inhaltsanalyse zur strukturierten Bündelung der Auffassungen in übergeordnete Themenbereiche
- Literaturanalyse zur wissenschaftlichen Einordnung der identifizierten Auffassungen
- Einordnung / Klassifikation der identifizierten Auffassungen anhand des wissenschaftlichen Erkenntnisstands
- Ermittlung der Verbreitung von richtigem und falschem Wissen in verschiedenen Zielgruppen; Identifikation geeigneter Präventionswege für Zielgruppen
- Bevölkerungsbefragung (Erwachsenen und Minderjährige) via Online-Access-Panel
- Expert:innendiskussion zu Projektergebnissen
Die Projektergebnisse sollen für bestehende und zukünftige Präventionsvorhaben nutzbar gemacht werden und somit einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Alkoholprävention leisten.
