Optimierung der Präventions- und Hilfeangebote für Angehörige von Personen mit glücksspielbedingten Störungen

Hintergrund

Beim Glücksspielsurvey 2023 haben insgesamt 6,0% der Befragten angegeben, dass sie in den letzten 12 Monaten vor der Erhebung mit einer Person aus dem sozialen Umfeld Kontakt hatten, von der sie annahmen, dass diese ein Glücksspielproblem aufweist. Das sind umgerechnet auf die deutsche Gesamtbevölkerung etwa 3,3 Millionen erwachsene Personen.

Gleichzeitig zeigt die Deutsche Suchthilfestatistik für das Jahr 2023, dass nur ca. 2.500 Personen aufgrund einer Glücksspielproblematik eines Familienangehörigen (z. B. Eltern, Kinder) oder Bekannten eine ambulante Einrichtung kontaktierten. Über die Wahrnehmung, Bedeutung und Inanspruchnahme von Präventionsangeboten für Angehörige liegen bis dato keine belastbaren Zahlen vor.

Insgesamt verweist die geschilderte Situation für Deutschland darauf, dass die Gestaltung bedarfsgerechter Präventions- und Hilfeangebote für Angehörige stärker in den Fokus von Forschung und Praxis genommen werden müsste.

Zielsetzung

Die Zielsetzung des vorliegenden Forschungsprojektes ist es, auf der Basis von empirischen Erkenntnissen – Befunde aus der Literatur, Ergebnisse einer qualitativen Befragung und Wissen von Expert*innen – Vorschläge zur Optimierung der Präventions- und Hilfeangebote für Angehörige von Personen mit einer glücksspielbezogenen Störung zu entwickeln.

 Methodik

Das Forschungsprojekt besteht aus insgesamt vier Modulen:

  1. Internationale Literaturanalyse
    Der Fokus der Literaturanalyse liegt auf Hilfe- und Präventionsmaßnahmen für Angehörige von Personen mit einer glücksspielbezogenen Störung. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Bearbeitung der Module 2 und 3 ein.
  2. Qualitative Interviews mit Angehörigen
    Im Projekt sollen insgesamt 20 Interviews mit Angehörigen von Personen mit einer glücksspielbezogenen Störung geführt werden. Im Fokus der Interviews stehen die Erfahrungen, Wünsche und Bedarfe der Angehörigen sowie förderliche Faktoren und Barrieren bzw. Herausforderungen beim Zugang zum Hilfesystem.
  3. Workshop mit Expertinnen und Experten
    In einem abschließenden Workshop werden die Ergebnisse der Module 1 und 2 mit Expertinnen und Experten verschiedener Bereiche vorgestellt und diskutiert.
  4. Ergebnisbericht mit Vorschlägen für die Praxis
    Im abschließenden Modul 4 werden die in den Modulen 1-3 erlangten Erkenntnisse zusammengefasst und in einen Ergebnisbericht integriert. Dieser Bericht wird Vorschläge für die Praxis in der Arbeit mit Angehörigen von Personen mit einer glücksspielbezogenen Störung beinhalten.

Sind Sie Angehörige*r einer Person mit einer glücksspielbezogenen Störung und haben Sie Interesse mit uns ein Interview zuführen?

Dann melden Sie sich gern unter angehoerige@isd-hamburg.de